01Das Problem: Nicht jeder bekommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist der beste Schutz für dein Einkommen. Aber sie ist nicht für jeden zu bekommen. Wer bereits Vorerkrankungen hat, etwa eine psychotherapeutische Behandlung, Rückenprobleme oder chronische Erkrankungen, erhält oft nur Ausschlüsse, hohe Zuschläge oder gar eine Ablehnung. Auch körperlich anspruchsvolle Berufe werden teuer eingestuft.
Ohne Absicherung bleibt dann im Ernstfall nur die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, die an strenge Voraussetzungen geknüpft und deutlich niedriger als das bisherige Einkommen ist. Für Mitglieder eines Versorgungswerks gilt Ähnliches: Die Leistung kommt in der Regel erst, wenn der Beruf insgesamt nicht mehr ausgeübt werden kann.
Die Grundfähigkeitsversicherung ist hier eine wichtige Alternative. Sie fragt nicht, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst, sondern ob du bestimmte grundlegende Fähigkeiten verloren hast.
02Abgelehnt oder zu teuer: Was jetzt wirklich zählt
Die meisten, die bei mir nach einer Grundfähigkeitsversicherung fragen, haben vorher einen Brief bekommen: BU abgelehnt, Ausschluss für Rücken und Psyche oder ein Zuschlag, der den Beitrag verdoppelt. Oft wegen einer Therapie im Studium, eines Bandscheibenvorfalls oder einer Diagnose, die längst ausgeheilt ist. Das Gefühl danach kenne ich aus vielen Gesprächen: Ich bin nicht versicherbar, also lasse ich es.
- Ich habe für etwas Altes bezahlt, das mich heute nicht mehr betrifft.
- Ich weiß nicht, was ich noch absichern kann.
- Und wenn mir jetzt etwas passiert, stehe ich ohne jeden Schutz da.
- Ein bezahlbares Netz unter meinem Einkommen, das genau die Risiken auffängt, die mich beruflich am härtesten treffen würden.
- Und die Chance, später doch noch eine BU zu bekommen.
Genau dafür ist die Grundfähigkeit da. Sie ist kein Trostpreis, sondern ein eigenständiges Prinzip mit eigenen Stärken. Man muss nur genau wissen, was sie leistet und was nicht.

Wenn die BU abgelehnt wurde, frag nach Alternativen, bevor du aufgibst. Grundfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Kombinationen sind oft möglich.
03Welche Fähigkeiten versichert sind
Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn eine klar beschriebene Fähigkeit verloren geht, unabhängig von deinem Beruf.
04So entscheidet die Grundfähigkeit, ob sie zahlt
Der große Unterschied zur BU: Die Grundfähigkeit fragt nicht, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst. Sie prüft, ob du eine im Vertrag genau beschriebene Fähigkeit verloren hast. Das ist messbar und deshalb im Leistungsfall oft klarer. Typische Formulierungen in den Bedingungen sehen so aus:
| Fähigkeit | Typischer Auslöser in den Bedingungen |
|---|---|
| Gehen | Du kannst nicht mehr 400 Meter auf ebenem Boden gehen, ohne anzuhalten und ohne Hilfe. |
| Treppensteigen | Du schaffst keine 12 Stufen mehr ohne Pause und ohne Hilfe. |
| Hände benutzen | Du kannst mit keiner Hand mehr greifen, drehen oder eine Tasse halten. |
| Heben und Tragen | Du kannst keine 5 kg mehr von einem Tisch heben und tragen. |
| Sehen | Die Sehkraft sinkt auch mit Brille unter einen festgelegten Grenzwert. |
| Autofahren | Du verlierst die Fahrtauglichkeit dauerhaft aus medizinischen Gründen. |
Die Fähigkeit muss in der Regel für einen festgelegten Zeitraum verloren sein, oft zwölf Monate, manchmal sechs. Die genauen Grenzwerte unterscheiden sich von Tarif zu Tarif, und genau hier liegt der Qualitätsunterschied. 400 oder 200 Meter, 12 oder 5 Stufen: Das entscheidet im Ernstfall über Tausende Euro im Jahr.
Die ehrliche Kehrseite: Wer an einer Depression erkrankt, kann meist noch gehen, greifen und Auto fahren. Die Grundfähigkeit zahlt dann nicht, obwohl der Beruf unmöglich geworden ist. Wie groß diese Lücke ist, zeigt der Blick auf die Ursachen:
- oft abgedeckt, wenn eine Fähigkeit messbar verloren geht
- nur mit Zusatzbaustein
- meist nicht abgedeckt
05Grundfähigkeit oder BU?
| BU | Grundfähigkeit | |
|---|---|---|
| Leistung bei | 50 % Berufsunfähigkeit im konkreten Beruf | Verlust definierter Fähigkeiten |
| Psychische Erkrankungen | ✓ versichert | meist nicht |
| Gesundheitsprüfung | umfangreich | oft einfacher |
| Beitrag | höher | oft günstiger |
06Für wen welche Lösung passt
Es gibt nicht die eine Antwort. Diese drei Situationen begegnen mir am häufigsten:
Ein Ausschluss klingt schlimm, ist aber oft die bessere Wahl. Eine BU mit Psyche-Ausschluss deckt Rücken, Krebs, Herz und Unfälle weiterhin über deinen konkreten Beruf ab. Das ist meist mehr Schutz als eine Grundfähigkeit. Erst wenn die BU gar nicht geht, wird die Grundfähigkeit zur ersten Wahl.
Bauingenieur mit viel Baustelle, Tierarzt, Physiotherapeut: Hier ist die BU teuer, und die Fähigkeiten, die du verlieren kannst, sind genau die, die die Grundfähigkeit versichert. Ein Fall, in dem sie fachlich richtig gut passt.
Zahnärztin, Chirurg, Außendienst mit viel Autofahren: Dann muss genau diese Fähigkeit stark definiert sein, etwa der Gebrauch der Hände oder die Fahrtauglichkeit. Auf diesen einen Punkt schaue ich im Vergleich zuerst.
Welche Variante es wird, entscheiden wir nicht nach Gefühl, sondern nachdem wir anonym gesehen haben, was der Markt dir wirklich anbietet.
Wie gut ist dein Vertrag?
Tippe an, was dein aktueller Vertrag schon kann. Du siehst sofort, wo Lücken sind.
- Viele Grundfähigkeitenumfangreicher Leistungskatalog
- Psychische Erkrankungenals Baustein, falls möglich
- Pflegebedürftigkeitals Leistungsauslöser
- NachversicherungRente später erhöhen
- Laufzeit bis 67bis zum Rentenbeginn
- Weltweiter Schutzüberall gültig
Die Kriterien sind eine Orientierung. Ob ein Punkt für dich wichtig ist, hängt von deiner Situation ab.
08Die Alternativen zur BU im Überblick
| Versicherung | Leistet bei |
|---|---|
| Berufsunfähigkeit | mind. 50 % Einschränkung im konkreten Beruf |
| Grundfähigkeit | Verlust definierter körperlicher Fähigkeiten |
| Erwerbsunfähigkeit | nur noch wenige Stunden Arbeit am Tag in irgendeinem Beruf möglich |
| Unfallversicherung | dauerhafte Invalidität nach einem Unfall |
| Schwere Krankheiten | Diagnose bestimmter schwerer Erkrankungen (Einmalzahlung) |
09So gehen wir vor, wenn die BU schwierig ist
- Anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern, ob eine BU doch möglich ist.
- Alternativen vergleichen, wenn die BU nicht oder nur mit Ausschlüssen geht.
- Kombinieren: Grundfähigkeit plus Unfall oder schwere Krankheiten.
- Später neu prüfen: Nach einigen beschwerdefreien Jahren kann eine BU wieder möglich sein.
10Vergleichsportal, Agentur oder Kanzlei?
Wer keine BU bekommt, braucht jemanden, der Alternativen anonym bei vielen Versicherern prüft. Das kann kein Vergleichsportal leisten.
Felix Schmidt Finanzkanzleiungebunden + exklusive KonzepteVergleichsportale und Agenturen sind legitime Wege. Der Unterschied liegt in Auswahl, exklusiven Konzepten und darin, wer im Schadenfall an deiner Seite steht.
11Das Wichtigste auf einen Blick
- Die wichtigste Alternative, wenn die BU nicht oder nur teuer möglich ist.
- Sie zahlt bei Verlust klar beschriebener Fähigkeiten, nicht bei Berufsunfähigkeit allgemein.
- Psychische Erkrankungen sind meist nicht oder nur eingeschränkt versichert.
- Vorher immer anonym prüfen, ob doch eine BU möglich ist.