01Das Problem: Mit Kindern hängt plötzlich alles an deinem Einkommen
Mit Kindern verändert sich nicht nur der Alltag, sondern auch die Finanzen grundlegend. Oft reduziert ein Elternteil die Arbeitszeit, das Haushaltseinkommen sinkt, die Ausgaben steigen. Gleichzeitig steigt die Verantwortung: Jetzt hängen mehrere Menschen davon ab, dass das Einkommen weiterfließt.
Viele Familien starten trotzdem mit einem Sparplan für die Kinder, bevor die eigene Absicherung steht. Das ist gut gemeint, aber in der falschen Reihenfolge. Was nützt ein Kinderdepot, wenn bei Berufsunfähigkeit oder Tod eines Elternteils die Rate fürs Haus nicht mehr bezahlt werden kann?
Dazu kommt ein oft übersehenes Thema: Elternzeit und Teilzeit wirken sich auch auf die eigene Rente aus. Wer hier nicht gegensteuert, nimmt eine Lücke mit, die sich über Jahrzehnte aufbaut.
02Worum es wirklich geht: Den Kindern Sicherheit und einen guten Start geben
Mit dem ersten Kind verändert sich der Blick auf Geld. Plötzlich geht es nicht mehr nur um das eigene Leben, sondern um die Frage, was passiert, wenn man selbst einmal ausfällt. Und um den Wunsch, den Kindern etwas mitzugeben, das man selbst vielleicht nicht hatte.
- Wenn mir etwas passiert, muss meine Familie umziehen.
- Durch Elternzeit und Teilzeit fehlt einem von uns später die Rente.
- Wir schaffen es nicht, nebenbei etwas für die Kinder anzusparen.
- Die Familie ist abgesichert, egal was passiert.
- Beide Partner sind im Alter fair versorgt, nicht nur der Hauptverdiener.
- Mit 18 hat jedes Kind ein Startkapital für Studium, Führerschein oder die erste Wohnung.

Sprecht als Paar über Geld, bevor das Kind da ist. Elternzeit und Teilzeit verändern Einkommen und Rente oft stärker als gedacht.
03Die Reihenfolge: Absichern vor Ansparen
- Einkommen sichern: Berufsunfähigkeit für beide Elternteile prüfen.
- Hinterbliebene schützen: Eine Risikolebensversicherung sichert Familie und Immobilienkredit ab.
- Rücklage aufstocken: Mit Kindern lieber ein größerer Notgroschen.
- Für die Kinder sparen: Langfristig und breit gestreut.
04Für die Kinder vorsorgen
Über 18 Jahre wirkt der Zinseszins. Schon kleine Raten können zu einem echten Startkapital wachsen.
Bis zu 300 € pro Kind und Jahr im geförderten Altersvorsorgedepot.
Was ein Kinder-Depot bis 18 schafft
Kleine Raten, viel Zeit: Für Kinder arbeitet der Zinseszins am stärksten.
Beispielrechnung vor Kosten und Steuern, ohne Kinderzulage. Renditen sind nicht garantiert.
06Rechenbeispiel: Was ein Kinderdepot schafft
- Selbst eingezahlt
- Zinsen und Erträge
Fast die Hälfte des Ergebnisses entsteht durch Zinseszins. Wer die Geldgeschenke von Großeltern oder Paten mit einzahlt, kommt deutlich weiter.
* Beispielrechnung vor Kosten und Steuern, nicht garantiert.
07Elterngeld: Wie viel bleibt in der Elternzeit?
Elterngeld ersetzt einen Teil deines Nettoeinkommens, aber nie alles. Wer die Lücke vorher kennt, plant die Elternzeit entspannt statt mit dem Dispo. Stell dein Netto ein und vergleiche Basiselterngeld mit ElterngeldPlus:
Dein Elterngeld in Zahlen
Netto vor der Geburt, Variante und Bezugsmonate: Du siehst dein Elterngeld pro Monat, insgesamt und die Lücke zu deinem bisherigen Netto.
Vereinfachte Schätzung nach § 2 BEEG: 67 % Ersatzrate, ab 1.200 € Netto sinkend auf 65 %, darunter steigend bis 100 %. Mindestens 300 €, höchstens 1.800 € im Monat, ElterngeldPlus jeweils die Hälfte für doppelt so viele Monate. Das Elterngeld-Netto berechnet die Elterngeldstelle pauschal, es kann von deinem Netto abweichen. Ohne Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag. Kein Anspruch bei mehr als 175.000 € zu versteuerndem Einkommen der Eltern. Für Geburten ab November 2027 ist eine Reform geplant, aber noch nicht beschlossen.
- Partnermonate: Teilen sich beide die Elternzeit, gibt es bis zu 14 Monate Basiselterngeld statt 12. Gleichzeitig bezogen werden dürfen davon höchstens ein Monat in den ersten zwölf Lebensmonaten.
- Steuern: Elterngeld ist steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Eine Rücklage für eine Nachzahlung ist sinnvoll.
- Verträge prüfen: BU, Risikoleben und Sparpläne laufen in der Elternzeit weiter. Oft lassen sich Beiträge für ein paar Monate reduzieren, ohne den Schutz zu verlieren.
08Elternzeit und Teilzeit: die versteckte Rentenlücke
Für Kindererziehungszeiten gibt es Rentenpunkte, aber wer danach länger in Teilzeit arbeitet, zahlt weniger in die Rente ein. Bei Paaren trifft das meist einen Partner deutlich stärker. Eine faire Lösung ist, die Altersvorsorge des Partners in Teilzeit gezielt mitzufinanzieren, etwa über das Altersvorsorgedepot mit Kinderzulagen oder einen gemeinsamen Sparplan.
09Profiwissen: Geld vom Staat, das Familien oft liegen lassen
Für jedes ab 1992 geborene Kind gibt es drei Jahre Rentenpunkte, aber nur, wenn die Erziehungszeit bei der Rentenversicherung beantragt ist. Ein Blick in den Versicherungsverlauf zeigt, ob alles drin ist.
Im neuen Altersvorsorgedepot gibt es pro Kind eine eigene Zulage. Wer den Vertrag für den Elternteil anlegt, der die Kinderzulage bekommt, nimmt sie ohne Mehraufwand mit. Mehr unter Altersvorsorgedepot.
Wer wegen der Kinder kürzer arbeitet, verliert Rente und Vermögensaufbau. Viele Paare gleichen das bewusst aus, etwa indem der Vollzeit-Partner in die Altersvorsorge des anderen einzahlt.
Kinderbetreuung bis 14 Jahre ist zu 80 % als Sonderausgabe absetzbar, bis 4.800 € im Jahr pro Kind. Dazu kommen Kinderfreibetrag oder Kindergeld, das Finanzamt prüft automatisch, was günstiger ist.
10Was junge Familien darüber hinaus regeln sollten
- Privathaftpflicht auf Familientarif umstellen und deliktunfähige Kinder einschließen. Spielt dein Kind bei Freunden und macht etwas kaputt, bleibt sonst die andere Familie auf dem Schaden sitzen.
- Unfallversicherung für die Kinder, weil sie in der Freizeit nicht gesetzlich versichert sind. Mehr dazu unter Unfallversicherung.
- Kinder früh zusatzversichern, solange es keine Diagnose gibt, etwa für Zähne und Krankenhaus.
- Testament und Sorgerechtsverfügung: Wer kümmert sich um die Kinder, wenn euch beiden etwas passiert? Ohne Verfügung entscheidet das Familiengericht.
11Mythos oder Fakt?
Tipp auf eine Karte, um sie umzudrehen.
18 Jahre Zinseszins sind der größte Vorteil, den du deinem Kind mitgeben kannst.
Sobald jemand von deinem Einkommen abhängt, brauchst du sie. Mit Kindern sofort.