01Lehrkräfte und Beamte in Zahlen: Weg, Besoldung, Pension
Der Weg ins Lehramt ist in allen Bundesländern ähnlich: Studium mit zwei Fächern, dann Vorbereitungsdienst. Besoldung und Beihilfe regelt jedes Land selbst, die Grundlogik ist aber überall gleich.
| Etappe | Dauer |
|---|---|
| Lehramtsstudium (Bachelor/Master oder Staatsexamen) | meist 4,5 bis 5 Jahre |
| Vorbereitungsdienst (Referendariat) | je nach Land 18 bis 24 Monate |
| Verbeamtung auf Probe, dann auf Lebenszeit | meist nach einigen Jahren Probezeit |
Beispiel Besoldung: In Schleswig-Holstein liegt das Grundgehalt in A13 im Jahr 2026 zwischen rund 5.353 € in der Einstiegsstufe und 6.579 € in der Endstufe brutto im Monat, dazu gegebenenfalls Familienzuschlag. Andere Länder liegen in einer ähnlichen Größenordnung.
Die Pension: Pro Dienstjahr gibt es 1,79375 % der ruhegehaltfähigen Bezüge, höchstens 71,75 % nach 40 Jahren. Davon gehen noch Steuern und die private Krankenversicherung ab. Die Beihilfe trägt im Ruhestand meist 70 % der Krankheitskosten.
02Das Problem: Sicherheit auf dem Papier, Lücken in der Praxis
Beamte gelten als finanziell besonders gut abgesichert: unkündbar, Pension statt Rente, Beihilfe im Krankheitsfall. Das stimmt, aber nur in Teilen. Gerade Lehrkräfte und andere Beamte unterschätzen oft drei Punkte.
Erstens ist die Pension geringer als das letzte Gehalt. Nach 40 Dienstjahren gibt es maximal 71,75 % der ruhegehaltfähigen Bezüge, und davon gehen Steuern und der PKV-Beitrag ab. Wer später verbeamtet wurde oder lange in Teilzeit gearbeitet hat, kommt auf deutlich weniger.
Zweitens ist der Anfang der Laufbahn gefährlich. Beamte auf Widerruf und Probe haben bei Dienstunfähigkeit oft keinen oder nur geringen Anspruch. Drittens ist die Krankenversicherung im Alter ein großer Kostenblock, wenn sie nicht gut geplant ist.

Schließ die Dienstunfähigkeitsversicherung im Referendariat ab. Später, mit Vorerkrankungen, wird es teurer oder gar nicht mehr möglich.
03Worum es Lehrkräften und Beamten wirklich geht
Der Beamtenstatus verspricht Sicherheit. Viele merken erst spät, an welchen Stellen diese Sicherheit Löcher hat.
- Im Referendariat oder in der Probezeit bin ich bei Krankheit kaum abgesichert.
- Die Pension wird kleiner, als ich dachte, und die PKV bleibt.
- Mit Teilzeit wegen der Kinder sinkt die Pension spürbar.
- Von Anfang an richtig abgesichert, auch bevor die Lebenszeit-Verbeamtung kommt.
- Eine Pension, die ich in Netto und Kaufkraft kenne.
- Eine Ergänzung, die Teilzeitphasen ausgleicht.
04Wie hoch ist die Pension wirklich?
Jedes Dienstjahr bringt 1,79375 % der ruhegehaltfähigen Bezüge, gedeckelt bei 71,75 %. Wer später verbeamtet wird, in Teilzeit arbeitet oder früher geht, liegt oft deutlich darunter. Und von der Pension gehen Steuern und PKV-Beiträge ab.
Wie hoch wird deine Pension?
1,79375 % pro Dienstjahr, höchstens 71,75 %. Stell deine Dienstjahre und Bezüge ein.
Vereinfacht nach Beamtenversorgungsrecht, ohne Versorgungsabschläge bei vorzeitigem Ruhestand und vor Steuern und PKV.
06PKV mit Beihilfe
Der Dienstherr übernimmt über die Beihilfe einen Teil der Krankheitskosten, für aktive Beamte meist 50 %, mit zwei oder mehr Kindern und im Ruhestand oft 70 %. Den Rest deckt die private Krankenversicherung. Mehr zur Wahl: PKV oder GKV.
07Rechenbeispiel: Die Pension nach 35 Dienstjahren
- Ruhegehaltfähige Bezüge (Beispiel)
- Pension brutto
- Weniger als vorher
Von der Pension gehen noch Steuern und der Beitrag zur privaten Krankenversicherung ab. Wer früher in den Ruhestand geht, muss zusätzlich mit einem Versorgungsabschlag rechnen, in der Regel 3,6 % pro Jahr.
Vereinfachtes Beispiel. Die genauen Regeln unterscheiden sich zwischen Bund und Ländern.
08Was in welcher Phase wichtig ist
| Phase | Schwerpunkt |
|---|---|
| Referendariat (Widerruf) | Dienstunfähigkeitsversicherung, PKV-Anwartschaft, Privathaftpflicht mit Diensthaftpflicht |
| Probezeit | DU-Schutz prüfen, PKV mit Beihilfe, erster Vermögensaufbau |
| Lebenszeit | Pensionslücke schließen, Altersvorsorgedepot, Vermögen |
| Vor dem Ruhestand | Beitragsentlastung in der PKV, Entnahmeplan, Pflege |
09Dienstunfähigkeit: der wichtigste Schutz am Anfang
Gerade am Anfang der Laufbahn ist die Absicherung bei Dienstunfähigkeit dünn:
- Beamte auf Widerruf, etwa im Referendariat: keine Pension, nur Nachversicherung in der gesetzlichen Rente.
- Beamte auf Probe: Versorgung meist nur nach einem Dienstunfall.
- Beamte auf Lebenszeit: Anspruch in der Regel erst nach fünf Dienstjahren, dann oft nur die Mindestversorgung.
Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer speziellen Klausel: Sie leistet, wenn der Dienstherr dich wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlässt. Wichtig ist eine echte DU-Klausel ohne Zusatzbedingungen, abgeschlossen am Anfang der Laufbahn, nicht am Ende. Mehr zum Prinzip: Berufsunfähigkeit.
10Womit Lehrkräfte und Beamte finanziell ständig zu tun haben
- Dienstunfähigkeit am Anfang: In den ersten fünf Dienstjahren besteht in der Regel noch kein Anspruch auf Ruhegehalt. Wer dann dienstunfähig wird, wird nur in der Rentenversicherung nachversichert.
- PKV mit Beihilfe: Die Beihilfe zahlt meist 50 %, mit zwei oder mehr Kindern und im Ruhestand oft 70 %. Der Rest muss privat versichert werden.
- Teilzeit und Elternzeit: Jedes Jahr mit reduzierter Stundenzahl senkt die spätere Pension.
- Die Pension wirkt sicher, ist netto aber deutlich kleiner als die Brutto-Prozentzahl vermuten lässt.
11Profi-Tipps für Lehrkräfte und Beamte
- Echte Dienstunfähigkeitsklausel: Die BU sollte leisten, wenn der Dienstherr dich wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlässt, ohne eigene Prüfung des Versicherers. Nicht jede „DU-Klausel“ ist gleich gut.
- Öffnungsaktion der PKV nutzen: Beamtenanfänger werden innerhalb einer Frist nach der Verbeamtung auch mit Vorerkrankungen aufgenommen, Risikozuschläge sind dabei begrenzt.
- Beihilfeergänzung prüfen: Sie schließt Lücken, wo die Beihilfe nicht oder nur teilweise zahlt.
- Altersvorsorgedepot ab 2027: Beamte sind förderberechtigt. Mit Kindern lohnt sich das besonders.
- Teilzeit bewusst entscheiden: Vorher ausrechnen, was sie die Pension kostet, und gegebenenfalls gezielt ausgleichen.
12Was meine Beratung für Lehrkräfte und Beamte konkret bringt
Was nach Steuern und PKV wirklich bleibt, mit 2,5 % Inflation gerechnet.
Mit echter DU-Klausel, gerade in den kritischen ersten Jahren.
Tarife, die zur Beihilfe deines Landes passen, inklusive Öffnungsaktion.
Für Ziele vor dem Ruhestand und für mehr Freiheit.
13Mythos oder Fakt?
Tipp auf eine Karte, um sie umzudrehen.
Die Pension liegt höchstens bei 71,75 % der Bezüge, vor Steuern und PKV.
Beamte auf Widerruf und Probe haben oft keinen Pensionsanspruch bei Dienstunfähigkeit.