01Das Vorurteil: Versicherungen sind immer teurer
Im Internet liest man oft: „Versicherungen sind teuer, ein ETF-Depot ist immer besser.“ Das stimmt so nicht. Diese Aussage stammt aus einer Zeit, in der fondsgebundene Policen mit teuren aktiven Fonds und hohen Abschlusskosten gearbeitet haben.
Moderne ETF-Renten legen in dieselben breit gestreuten ETFs an wie dein Depot, bei den richtigen Anbietern mit niedrigen Kosten. Und dann spielen sie ihre Stärken aus: keine Steuer während der Ansparphase, steuerfreies Umschichten, das Halbeinkünfteverfahren bei Auszahlung und eine Rente, die nie ausgeht. Wer genau rechnet, sieht: Mit dem richtigen Tarif bleibt dir am Ende mehr.
02Was die ETF-Rente kann, was ein Depot nicht kann
In vielen Vergleichen im Internet kommt die ETF-Rente zu kurz, weil nur die Kosten betrachtet werden. Dabei bietet sie Vorteile, die ein Depot grundsätzlich nicht hat: eine Rente, die nie ausgeht, Steuervorteile in der Anspar- und in der Auszahlphase und einen Schutz vor den eigenen Fehlern in Krisen. Beim richtigen Anbieter bekommst du diese Vorteile, ohne auf die Rendite von ETFs zu verzichten.
Die Versicherung trägt das Risiko eines langen Lebens. Mit 95 zahlt sie genauso wie mit 67, ein Depot kann leer sein.
Fondswechsel und Rebalancing im Vertrag lösen keine Steuer aus. Im Depot kostet jeder Verkauf mit Gewinn Abgeltungsteuer.
Keine Abgeltungsteuer, keine Vorabpauschale: Der Zinseszins arbeitet über Jahrzehnte mit dem vollen Betrag.
Nach 12 Jahren Laufzeit und ab 62 ist nur ein Teil der Erträge steuerpflichtig, zu deinem persönlichen Steuersatz.
Bei lebenslanger Rente wird nur der Ertragsanteil besteuert, also ein kleiner Teil jeder Rentenzahlung.
Als Pflichtmitglied der Krankenversicherung der Rentner zahlst du auf die private Rente keine Kranken- und Pflegebeiträge, anders als bei der bAV.
Über das Bezugsrecht geht die Todesfallleistung direkt an die Begünstigten, unabhängig vom Nachlass und ohne Erbschein.
Vor Rentenbeginn wird schrittweise und steuerfrei in sichere Anlagen umgeschichtet. Ein Crash kurz vor der Rente verliert seinen Schrecken.
Zuzahlungen, Beitragspausen und Teilentnahmen bei guten Tarifen, dazu Optionen wie Pflegeschutz oder Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit.

Die Frage ist selten entweder oder. Für Ziele vor der Rente das Depot, für die lebenslange Rente die Police. Die Mischung macht's.
03So wird das Depot besteuert
Bei Verkauf zahlst du auf Gewinne Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, bei Aktien-ETFs auf 70 % der Gewinne (30 % Teilfreistellung). Effektiv sind das rund 18,5 % der Gewinne. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr hilft zusätzlich.
04So wird die ETF-Rente besteuert
Nach mindestens 12 Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62 sind 15 % der Erträge steuerfrei, vom Rest die Hälfte steuerpflichtig, also 42,5 % der Erträge zum persönlichen Steuersatz. Bei 25 % Steuersatz im Alter sind das effektiv rund 10,6 % der Gewinne. Wählst du die lebenslange Rente, zählt nur der Ertragsanteil, mit 67 sind das 17 %.
05Wann was vorne liegt
- beim richtigen Anbieter mit niedrigen Kosten,
- bei langer Laufzeit, weil sich die Steuerstundung immer stärker auswirkt,
- bei einem niedrigeren Steuersatz im Alter,
- wenn du eine Rente willst, die garantiert lebenslang fließt.
- für Ziele vor dem Ruhestand wie Eigenkapital oder Auszeit,
- als flexible Reserve neben der Rente,
- für Sparziele mit weniger als 12 Jahren Laufzeit.
Oft ist die beste Antwort: beides. Das Depot für Flexibilität und Ziele vor der Rente, die ETF-Rente für das Einkommen, das bis zum letzten Tag reicht.
06Der Steuervorteil in Euro
Gleiche ETFs, gleiche Entwicklung, andere Steuer. Im Beispiel legst du 200 € im Monat an, 6 % Rendite pro Jahr, 20 % persönlicher Steuersatz im Alter. Je länger der Vertrag läuft, desto größer werden die Gewinne und damit auch dein Steuervorteil.
Die Kosten sind in diesem Vergleich bewusst nicht eingerechnet, weil sie sich von Anbieter zu Anbieter stark unterscheiden. Genau deshalb ist die Auswahl so wichtig: Bei den richtigen Anbietern bleibt der Steuervorteil zum größten Teil bei dir.
- Steuer in der ETF-Rente
- Das zahlst du im Depot zusätzlich
Dein Steuervorteil in 10 Sekunden
Zwei Angaben genügen: dein monatlicher Beitrag und dein Alter. Der Rechner zeigt, wie viel Steuer du mit der ETF-Rente gegenüber dem Depot sparst.
Annahmen: 6 % Rendite pro Jahr, Rentenbeginn mit 67, persönlicher Steuersatz im Alter 20 %. Depot: Abgeltungsteuer 25 % plus Soli auf 70 % der Gewinne. ETF-Rente: 12/62-Regel, 42,5 % der Gewinne zum persönlichen Steuersatz. Entnahmeplan über 25 Jahre, das Geld bleibt mit 6 % investiert. Steuervergleich bei gleicher Wertentwicklung, die Kosten hängen vom Anbieter ab und sind nicht eingerechnet. Ohne Kirchensteuer, nicht garantiert.
08Der Entnahmeplan: das unterschätzte Ass der ETF-Rente
Viele denken bei der ETF-Rente nur an zwei Wege: alles auf einmal auszahlen oder eine lebenslange Rente. Dabei gibt es einen dritten, oft den besten: den Entnahmeplan. Du lässt dir jeden Monat einen festen Betrag auszahlen, der Rest bleibt in ETFs investiert und arbeitet weiter.
Der Clou: Versteuert wird bei jeder Entnahme nur der Gewinnanteil, und davon nur 42,5 %. Im Depot sind es 70 %, und zwar mit Abgeltungsteuer. Über 20 oder 25 Jahre Ruhestand summiert sich das zu einem großen Betrag. Und wenn du später doch Sicherheit willst, kannst du den Rest jederzeit in eine lebenslange Rente umwandeln.
Rund 327.900 € aus 200 € im Monat ab 30.
2.113 € im Monat, 25 Jahre lang. Der Rest bleibt in ETFs investiert und wächst weiter.
Versteuert wird nur der Gewinnanteil jeder Entnahme, und davon nur 42,5 %.
Rest auszahlen lassen oder in eine lebenslange Rente umwandeln.
09So triffst du die Entscheidung
- Zweck klären: Lebenslange Rente oder flexibles Vermögen?
- Effektivkosten vergleichen: Die Kostenquote der Police im Produktinformationsblatt ansehen.
- Steuersatz im Alter schätzen: Welche anderen Einkünfte hast du dann?
- Rechner nutzen: Mit deinen Werten oben vergleichen.
- Kombinieren: Oft ist ein Mix die robusteste Lösung.