01Das Problem: Hohe Steuern, und die Altersvorsorge reicht trotzdem nicht
Ärztinnen, Zahnärzte, Apotheker und andere Kammerberufe haben oft zwei Probleme gleichzeitig: einen hohen Grenzsteuersatz und eine Lücke zwischen dem Versorgungswerk und dem gewohnten Lebensstandard. Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, kann beides adressieren: Sie baut zusätzliche lebenslange Rente auf und senkt gleichzeitig die Steuerlast.
Der Haken ist, dass Beiträge zum Versorgungswerk auf denselben steuerlichen Höchstbetrag angerechnet werden. Wie viel Spielraum bleibt, hängt deshalb von deinem Einkommen und deinem Familienstand ab. Genau das rechnen wir auf dieser Seite durch.
02Die Regel
Der Höchstbetrag für Altersvorsorgeaufwendungen gilt für die gesamte Basisversorgung: gesetzliche Rente, Versorgungswerk und Basisrente zusammen. Der Arbeitgeberanteil wird mitgezählt und anschließend wieder abgezogen.

Zahl die Basisrente nicht monatlich, sondern gezielt am Jahresende. Dann kennst du dein Einkommen und kannst den Steuereffekt genau steuern.
03Beispiel: angestellte Ärztin, 90.000 € Brutto
- Versorgungswerk: 16.740 €AN + AG, 18,6 % von 90.000 € · 54 %
- Freier Spielraum: 14.086 €für die Basisrente, steuerlich absetzbar · 46 %
Vereinfachtes Beispiel ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Der Beitragssatz des Versorgungswerks kann abweichen. Ersetzt keine Steuerberatung.
Was dir die Basisrente an Steuern spart
Beitrag und Grenzsteuersatz einstellen. Wichtig: Dein Beitrag muss in den freien Spielraum unter dem Höchstbetrag passen.
Vereinfacht ohne Soli und Kirchensteuer. Höchstbetrag 2026: 30.826 € (ledig), Versorgungswerk-Beiträge werden angerechnet. Ersetzt keine Steuerberatung.
05Dein freier Spielraum in vier Schritten
Ob sich die Basisrente für dich lohnt, steht schon in deiner Lohnsteuerbescheinigung. So rechnest du es selbst aus:
- Höchstbetrag nehmen: 2026 sind das 30.826 € für Alleinstehende und 61.652 € für Verheiratete.
- Deine Beiträge zur Basisversorgung abziehen: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zum Versorgungswerk oder zur gesetzlichen Rente. Beides steht in der Lohnsteuerbescheinigung.
- Das Ergebnis ist dein Spielraum: Bis zu dieser Summe kannst du zusätzlich in eine Basisrente einzahlen und alles als Sonderausgaben absetzen.
- Mit dem Grenzsteuersatz multiplizieren: So viel bekommst du über die Steuererklärung zurück.
Bei 90.000 € Brutto gehen 16.740 € ins Versorgungswerk. Es bleiben 14.086 € Spielraum, bei 42 % also bis zu rund 5.900 € Steuererstattung.
Er zahlt 15.000 € im Jahr ins Versorgungswerk, ohne Arbeitgeberanteil. Spielraum: 15.826 €. Bei 42 % sind das bis zu rund 6.650 € Steuererstattung im Jahr.
Der doppelte Höchstbetrag gilt gemeinsam. Hat ein Partner wenig Beiträge, nutzt das Paar den freien Rahmen zusammen.
Vereinfacht, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Keine Steuerberatung.
06Die Kehrseite
- Die Basisrente ist nicht vererbbar wie ein Depot und nicht vorzeitig verfügbar.
- Die Rente wird im Alter versteuert.
- Sie passt deshalb vor allem bei hohem Steuersatz heute.
Ab 2027 kommt für Versorgungswerk-Mitglieder außerdem das Altersvorsorgedepot mit Zulage infrage.
07So funktioniert die Basisrente
- Einzahlung: Beiträge sind bis zum Höchstbetrag zu 100 % als Sonderausgaben abziehbar, abzüglich der angerechneten Beiträge zum Versorgungswerk.
- Anlage: Je nach Vertrag klassisch, fondsgebunden oder mit ETFs.
- Auszahlung: Lebenslange monatliche Rente, frühestens ab 62. Eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich.
- Besteuerung im Alter: Die Rente ist nachgelagert steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Anteil steigt je nach Rentenbeginn schrittweise an.
- Schutz: Das Guthaben ist im Regelfall vor Pfändung geschützt, auch im Insolvenzfall. Für Selbstständige ein wichtiger Punkt.
08Was im Alter versteuert wird, und warum es sich trotzdem rechnet
Die Basisrente wird nachgelagert besteuert: heute absetzen, im Alter versteuern. Wie viel der Rente steuerpflichtig ist, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 %, jedes spätere Jahr kommt ein halber Prozentpunkt dazu. Ab einem Rentenbeginn 2058 sind es 100 %.
Der Vorteil entsteht aus dieser Differenz und aus dem Zinseszins auf das Geld, das du heute nicht ans Finanzamt zahlst. Je größer der Abstand zwischen dem Steuersatz heute und im Alter, desto stärker wirkt die Basisrente.
09Für wen die Basisrente passt und für wen nicht
| Passt eher | Passt eher nicht |
|---|---|
| Hoher Grenzsteuersatz heute | Niedriger Steuersatz, etwa in Teilzeit |
| Freier Spielraum unter dem Höchstbetrag | Höchstbetrag durch Versorgungswerk weitgehend ausgeschöpft |
| Wunsch nach lebenslanger Rente | Geld soll flexibel verfügbar bleiben |
| Selbstständige mit schwankendem Gewinn | Kurz vor dem Ruhestand ohne Restlaufzeit |
10Die Strategie: flexibel einzahlen
Viele Basisrenten erlauben Zuzahlungen. Statt einen festen monatlichen Betrag zu zahlen, kann es sinnvoll sein, am Jahresende gezielt einzuzahlen, wenn das Einkommen feststeht. So lässt sich der Steuereffekt genau steuern, besonders in Jahren mit Bonus, Nachzahlungen oder hohem Praxisgewinn.
Welche Kombination für dich passt, klären wir im Finanzgutachten.
Steuerliche Aussagen vereinfacht, ersetzt keine Steuerberatung.