Folgen Erstgespräch sichern
Ratgeber · Rente

Früher in Rente: Was ein Jahr früher wirklich kostet.

Mit 63 statt 67 aufhören, Zeit für Familie, Reisen, Ehrenamt. Für viele ist das das eigentliche Ziel hinter der Altersvorsorge. Damit es kein teurer Traum wird, musst du die drei Kostenblöcke kennen.

✓ 100 % kostenlos & unverbindlich · digital oder vor Ort in Heide

Kurz gesagt

Wer früher in Rente geht, zahlt dreifach: Abschläge von 0,3 % pro Monat in der gesetzlichen Rente, also 3,6 % pro Jahr und lebenslang, fehlende Beitragsjahre, die die Rente zusätzlich senken, und die Überbrückung bis zum Rentenbeginn. Bei 3 Jahren früher und 3.000 € Bedarf kommen schnell rund 170.000 € zusammen. Über 25 Jahre angespart sind das bei 6 % rund 245 € im Monat.

  1. 01Der Wunsch ist verbreitet, der Plan selten
  2. 02Die drei Kostenblöcke
  3. 03Rechenbeispiel: 3 Jahre früher aufhören
  4. 04Jetzt selbst rechnen
  5. 05Die Brücke bis zur Rente: zwei Töpfe statt einem
  6. 06Wie du den früheren Ausstieg finanzierst
  7. 07Rente mit 63? Was wirklich geht
  8. 08Besonderheit für Akademiker
  9. 09Mythos oder Fakt?
  10. 10Häufige Fragen

01Der Wunsch ist verbreitet, der Plan selten

Viele Mandanten nennen im Erstgespräch irgendwann denselben Wunsch: nicht bis 67 arbeiten müssen. Gleichzeitig hat kaum jemand ausgerechnet, was das kostet. Das Problem: Ohne Zahl bleibt es ein Wunsch. Mit Zahl wird es ein Ziel, auf das du gezielt hinsparen kannst.

02Die drei Kostenblöcke

1. Abschläge

In der gesetzlichen Rente 0,3 % pro Monat vor der Regelaltersgrenze, also 3,6 % pro Jahr. Der Abschlag gilt lebenslang, nicht nur bis 67.

2. Fehlende Beitragsjahre

Jedes Jahr, in dem du nicht mehr einzahlst, fehlt in der Rentenberechnung. Die Rente fällt also schon vor dem Abschlag niedriger aus.

3. Überbrückung

Bis zum Rentenbeginn musst du deinen Lebensunterhalt komplett selbst finanzieren, inklusive Krankenversicherung.

Versorgungswerke haben eigene Regeln. Viele erlauben eine vorgezogene Altersrente ab 60 oder 62, ebenfalls mit Abschlägen. Die genauen Werte stehen in der Satzung deines Versorgungswerks und in deiner jährlichen Mitteilung.

Felix Schmidt
Felix' Tipp aus der Praxis

Fordere ab 50 bei der Deutschen Rentenversicherung eine Auskunft zum Ausgleich von Abschlägen an. Damit hast du schwarz auf weiß, was ein früherer Ausstieg kostet.

03Rechenbeispiel: 3 Jahre früher aufhören

Angenommen, du hättest mit 67 eine gesetzliche Rente von 2.400 € brutto und möchtest mit 64 aufhören. Dein Bedarf liegt bei 3.000 € netto im Monat.

Animation · Früher aufhörenWas drei Jahre früher in Rente kosten
Kapitalbedarf für 3 Jahre früher170.000 €in heutigen Preisen, gerundet
108.000 €Überbrückung62.160 €Ausgleich Abschlag
  • Überbrückung: 108.000 €3.000 € × 36 Monate bis zur Rente · 63 %
  • Ausgleich Abschlag: 62.160 €259 € weniger Rente, 20 Jahre lang · 37 %
Der Abschlag gilt lebenslang36 Monate × 0,3 % = 10,8 %. Aus 2.400 € Rente werden rund 2.141 €, nicht nur bis 67, sondern für immer.
Vereinfachte Beispielrechnung ohne Steuern, Inflation und fehlende Beitragsjahre.

Klingt viel. Über 25 Jahre mit 6 % angespart sind das aber nur rund 245 € im Monat. Wer früh anfängt, macht aus dem Traum eine machbare Sparrate. Wer erst mit 55 anfängt, braucht ein Vielfaches.

Vereinfachte Beispielrechnung in heutigen Preisen, ohne Steuern, Inflation und fehlende Beitragsjahre. Renditen sind nicht garantiert. Den Zielbetrag mit Inflation rechnet der Rechner oben.

04 · Jetzt selbst rechnen
Interaktiver Rechner

Was kostet dein früherer Ausstieg?

Trag ein, wie viel Kapital du für den früheren Ruhestand brauchst und wann es so weit sein soll. Der Rechner macht daraus deine Sparrate.

Zielbetrag mit 2,5 % Inflation pro Jahr hochgerechnet, monatliche Verzinsung, vor Kosten und Steuern. Renditen sind nicht garantiert.

05Die Brücke bis zur Rente: zwei Töpfe statt einem

Wer früher aufhört, braucht Geld für zwei Phasen: die Jahre bis zum regulären Rentenbeginn und die lebenslange Lücke danach. Diese beiden Aufgaben gehören in getrennte Töpfe.

Topf 1: Die BrückeFrei verfügbares Kapital für die Jahre zwischen Ausstieg und Rente. Bei drei Jahren und 3.000 € Bedarf sind das rund 108.000 € in heutigem Geld, plus Beiträge zur Krankenversicherung, die du dann selbst trägst.
Topf 2: Die Lücke danachGeförderte und langfristige Bausteine, die ab Rentenbeginn lebenslang zahlen und die Abschläge ausgleichen.

Der häufigste Fehler ist, alles in einen Topf zu legen: Dann fehlt entweder das flexible Geld für die Brücke, oder geförderte Verträge müssen vorzeitig und teuer aufgelöst werden.

06Wie du den früheren Ausstieg finanzierst

  1. Ziel beziffern: Wann willst du aufhören, wie viel brauchst du im Monat? Der Rechner oben macht daraus deine Sparrate.
  2. Freies Vermögen aufbauen: Für die Jahre vor dem Rentenbeginn brauchst du Geld, das jederzeit verfügbar ist, etwa einen ETF-Sparplan. Geförderte Verträge wie das Altersvorsorgedepot zahlen in der Regel erst ab 65 aus.
  3. Abschläge ausgleichen: In der gesetzlichen Rente kannst du ab 50 Sonderzahlungen leisten, um Abschläge auszugleichen. Ob sich das lohnt, hängt von Steuern und Lebenserwartung ab.
  4. Krankenversicherung einplanen: In der Zeit ohne Job zahlst du die Beiträge selbst, das wird oft vergessen.
  5. Teilzeit als Brücke: Ein gleitender Ausstieg senkt den Kapitalbedarf deutlich.

07Rente mit 63? Was wirklich geht

WegVoraussetzungAbschlag
Altersrente für langjährig Versicherte35 Versicherungsjahre, frühestens ab 630,3 % pro Monat vor der Regelaltersgrenze, lebenslang
Rente für besonders langjährig Versicherte45 Versicherungsjahre, ab 65 für Jahrgänge ab 1964keiner
Versorgungswerkje nach Satzung, oft ab 62 oder 63 möglichversicherungsmathematisch, je nach Satzung

Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren erreichen Akademiker wegen des späten Berufsstarts selten. Ein wenig bekannter Hebel: Ab 50 kannst du in der gesetzlichen Rentenversicherung Ausgleichszahlungen leisten, um Abschläge ganz oder teilweise auszugleichen. Die Zahlungen sind wie Rentenbeiträge steuerlich absetzbar. Die nötige Summe nennt dir die Rentenversicherung auf Antrag.

08Besonderheit für Akademiker

Akademiker starten später ins Berufsleben und haben dadurch weniger Beitragsjahre. Gleichzeitig liegt ihr Gehalt oft über der Beitragsbemessungsgrenze, sodass die gesetzliche Rente oder das Versorgungswerk nur einen Teil des Lebensstandards abdeckt. Die Lücke ist also schon bei Rente mit 67 größer als gedacht. Wer früher aufhören will, sollte deshalb zuerst die Rentenlücke kennen und dann den früheren Ausstieg obendrauf planen.

09Mythos oder Fakt?

Tipp auf eine Karte, um sie umzudrehen.

Mythos„Der Abschlag gilt nur bis 67.“Tippen für den Fakt ↻
Fakt

Nein. Der Abschlag in der gesetzlichen Rente gilt lebenslang.

Mythos„Früher aufhören können sich nur Reiche leisten.“Tippen für den Fakt ↻
Fakt

Mit frühem Start reicht oft eine Sparrate von wenigen hundert Euro im Monat.

10Häufige Fragen

Wie hoch ist der Abschlag bei Rente mit 63?
In der gesetzlichen Rente 0,3 % pro Monat vor der Regelaltersgrenze. Bei 4 Jahren früher sind das 14,4 %, und zwar lebenslang.
Kann ich Abschläge ausgleichen?
Ja, in der gesetzlichen Rente sind ab 50 Sonderzahlungen möglich. Die Deutsche Rentenversicherung berechnet dir den nötigen Betrag. Ob das sinnvoll ist, prüfen wir im Gesamtplan.
Gelten die Abschläge auch im Versorgungswerk?
Viele Versorgungswerke haben eigene Regeln für eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen. Die genauen Werte stehen in der Satzung.
Welche Geldanlage eignet sich für die Überbrückung?
Geld, das zum gewünschten Zeitpunkt verfügbar ist, etwa ein ETF-Depot, das einige Jahre vor dem Ausstieg schrittweise in sicherere Anlagen umgeschichtet wird.
Muss ich in der Überbrückungszeit Krankenversicherung zahlen?
Ja. Wer nicht mehr angestellt ist und noch keine Rente bezieht, zahlt die Beiträge selbst. Das gehört in die Planung.
Felix Schmidt
Über den AutorFelix Schmidt

Ungebundener Finanzberater aus Heide. Seit über 12 Jahren begleitet er Akademikerinnen und Akademiker, mehr als 1.000 Mandanten deutschlandweit, ungebunden mit einer Auswahl aus über 310 Partnern. 5,0 Sterne bei 77 Google-Bewertungen. Mehr über Felix →

@felixschmdt folgenJede Woche Klartext zu Geld, Rente und Versicherungen · 17.000+ Follower
GoogleRezensionen
5,0
Basierend auf 77 echten Rezensionen
Das sagen Mandanten

77 Rezensionen. 5,0 von 5 Sternen.

Keine bezahlten Testimonials, sondern echte Stimmen von Menschen, die ich begleite. Nachlesbar bei Google.

L
Lea J.vor 2 Jahren
Felix hat mich hervorragend zum Thema Altersvorsorge und private Krankenversicherung beraten. Er hat sich Zeit genommen, um mir die Bedeutung dieser Themen verständlich zu erklären.
Rezension auf Google
C
Celina R.vor 2 Jahren
Herr Schmidt hat mir geholfen, mir einen Überblick über meine finanzielle Situation zu verschaffen. Zudem hat er mich zum Thema Altersvorsorge beraten, sodass ich mich „gut vorbereitet“ fühle.
Rezension auf Google
K
K.vor 3 Jahren
Felix betreut mich nun schon seit einigen Jahren, wodurch ich gerade hinsichtlich meiner finanziellen Absicherung im Alter einen erheblichen Mehrwert erzielen konnte.
Rezension auf Google
K
Kim J.vor 3 Wochen
Hervorragend Beratung. Es wird einem alles so erklärt, dass man wirklich alles verstehen kann. Herr Schmidt ist ein absolut umgänglicher Mensch, man fühlt sich sehr gut aufgehoben.
Rezension auf Google
J
Johanna L.vor 7 Monaten
Ich bin wirklich froh, mich für die Beratung bei Felix entschieden zu haben. Von Anfang an hatte ich ein sehr gutes Gefühl – ehrlich, transparent und auf Augenhöhe.
Rezension auf Google
R
Rebecca K.vor 3 Monaten
Einfach super tolle Begleitung und Beratung in Bezug auf verschiedenste Themen. Was ich am besten finde, ist die Transparenz bei allem, was erklärt und an Verträgen abgeschlossen wird!
Rezension auf Google

Auszüge aus echten Google-Rezensionen, teils gekürzt, Namen abgekürzt. Bewertungen von Teammitgliedern sind nicht berücksichtigt.

Früher aufhören ist kein Luxus. Es ist eine Rechnung.

Im Erstgespräch rechnen wir aus, wann du aufhören kannst und was es dafür braucht.

Kostenloses Erstgespräch sichern →

✓ 100 % kostenlos & unverbindlich