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Ratgeber · Basics

Notgroschen: Wie viel Rücklage brauchst du?

Bevor du investierst, brauchst du einen Puffer für das Unerwartete. Sonst musst du im falschen Moment verkaufen.

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Kurz gesagt

Als Faustregel brauchst du 3 bis 6 Monatsausgaben als Notgroschen, Selbstständige eher 6 bis 12. Das Geld gehört auf ein Tagesgeldkonto: sicher und sofort verfügbar. Alles darüber hinaus darf investiert werden.

  1. 01Das Problem: Ohne Puffer wird jede Überraschung zur Krise
  2. 02Wie viel genau?
  3. 03Jetzt selbst rechnen
  4. 04Wo liegt der Notgroschen?
  5. 05So findest du das richtige Tagesgeldkonto
  6. 06Und danach?
  7. 07Was in den Notgroschen gehört und was nicht
  8. 08So baust du den Notgroschen auf
  9. 09Besonderheiten für Akademiker
  10. 10Drei Beispiele aus der Praxis
  11. 11Mythos oder Fakt?
  12. 12Häufige Fragen

01Das Problem: Ohne Puffer wird jede Überraschung zur Krise

Die Waschmaschine gibt auf, das Auto braucht eine teure Reparatur, eine Nachzahlung vom Finanzamt kommt, oder es gibt eine Lücke zwischen zwei Jobs. Solche Situationen sind nicht die Ausnahme, sie gehören zum Leben. Die Frage ist nur, wie du damit umgehst.

Wer keinen Notgroschen hat, greift in diesen Momenten zum Dispo oder zur Kreditkarte, zu den teuersten Krediten, die es gibt. Oder er verkauft Wertpapiere, möglicherweise genau dann, wenn die Kurse im Keller sind. Beides kostet langfristig viel Geld.

Ein Notgroschen hat aber noch einen zweiten, unterschätzten Wert: Ruhe. Wer weiß, dass drei oder sechs Monate abgesichert sind, trifft bessere Entscheidungen, im Job, bei Verhandlungen und beim Investieren. Er hält Kursschwankungen aus, weil er nicht verkaufen muss.

02Wie viel genau?

Animation · NotgroschenWie viele Monate trägt dein Puffer?
Notgroschen bei 2.500 € Ausgaben im Monat15.000 €6 Monate, die Empfehlung mit Familie oder Immobilie
Single: 3Familie: 6Selbstständig: bis 12
Gerechnet wird mit AusgabenJedes Kästchen ist ein Monat, in dem dein Leben ohne Einkommen weiterläuft.
SituationEmpfehlung
Single, sicherer Job3 Monatsausgaben
Familie, Immobilie6 Monatsausgaben
Selbstständig, schwankendes Einkommen6–12 Monatsausgaben

Gerechnet wird mit Ausgaben, nicht mit Einkommen. Wer gut verdient und viel ausgibt, braucht entsprechend mehr.

03 · Jetzt selbst rechnen
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Wie groß sollte dein Puffer sein?

Deine monatlichen Ausgaben mal die passenden Monate. Jedes Kästchen ist ein Monat, in dem du ohne Einkommen auskommst.

Faustregel: 3 Monate für Singles mit sicherem Job, 6 für Familien und Immobilienbesitzer, 6 bis 12 für Selbstständige.

Felix Schmidt
Felix' Tipp aus der Praxis

Gib dem Tagesgeldkonto einen Namen wie „Ruhe-Konto“. Klingt banal, aber du greifst dann seltener für den nächsten Urlaub darauf zu.

04Wo liegt der Notgroschen?

  • Tagesgeld: sicher, täglich verfügbar, verzinst.
  • Nicht im Depot: Wer im Crash verkaufen muss, realisiert Verluste.
  • Nicht auf dem Girokonto: Dort verschwindet er im Alltag.

05So findest du das richtige Tagesgeldkonto

  1. Einlagensicherung prüfen: In der EU sind 100.000 € pro Person und Bank gesetzlich geschützt. Für den Notgroschen reicht das fast immer.
  2. Auf den Zins nach dem Neukunden-Angebot achten: Viele Banken locken mit einem Aktionszins für wenige Monate. Entscheidend ist, was danach bleibt.
  3. Keine Gebühren, tägliche Verfügbarkeit: Ein Notgroschen muss innerhalb von ein, zwei Tagen auf dem Girokonto sein.
  4. Getrennt vom Alltagskonto: Am besten bei einer anderen Bank, damit er nicht versehentlich im Alltag verschwindet.
  5. Freistellungsauftrag nicht vergessen: Zinsen sind Kapitalerträge. Bis 1.000 € im Jahr, für Paare 2.000 €, bleiben sie steuerfrei.

06Und danach?

Sobald der Notgroschen steht, darf jeder weitere Euro arbeiten: im ETF-Sparplan, im Altersvorsorgedepot oder für die Immobilie.

07Was in den Notgroschen gehört und was nicht

Dafür ist er da

Ungeplante Reparaturen, Jobverlust, Krankheit, Steuernachzahlungen, Notfälle in der Familie.

Dafür nicht

Urlaub, neues Auto, Möbel. Dafür gibt es eigene Sparziele.

Plane geplante Ausgaben getrennt. Ein Urlaub ist kein Notfall, sondern ein Ziel. Wer beides in einen Topf wirft, hat am Ende weder Urlaub noch Puffer. Das 4-Töpfe-Prinzip hilft dabei.

08So baust du den Notgroschen auf

  1. Zielbetrag festlegen: Monatliche Ausgaben mal 3 bis 6, bei Selbstständigen bis 12.
  2. Eigenes Tagesgeldkonto eröffnen, getrennt vom Girokonto.
  3. Dauerauftrag einrichten: Direkt nach dem Gehaltseingang.
  4. Einmalzahlungen nutzen: Bonus, Steuererstattung oder Weihnachtsgeld beschleunigen den Aufbau.
  5. Nach Entnahme wieder auffüllen, bevor neues Geld in Investments fließt.

Parallel kann schon ein kleiner ETF-Sparplan laufen. Wichtig ist nur, dass der Puffer Vorrang hat.

09Besonderheiten für Akademiker

  • Höhere Fixkosten bedeuten einen höheren Notgroschen, auch wenn das Einkommen sicher scheint.
  • Selbstständige und Praxisinhaber brauchen zusätzlich Rücklagen für Steuervorauszahlungen und schwache Monate.
  • Familien mit Immobilie sollten neben dem Notgroschen eine Instandhaltungsrücklage aufbauen.
  • Beamte mit sehr sicherem Einkommen kommen oft mit einem kleineren Puffer aus.

10Drei Beispiele aus der Praxis

Jonas, 29, Ingenieur, Single

2.000 € Ausgaben im Monat, sicherer Job, Mietwohnung. Drei Monatsausgaben reichen: 6.000 € auf dem Tagesgeld. Alles darüber fließt in den Sparplan.

Familie Becker, zwei Kinder, Haus

3.800 € Ausgaben, ein Hauptverdiener. Sechs Monate: 22.800 €. Dazu eine eigene Instandhaltungsrücklage fürs Haus, getrennt vom Notgroschen.

Dr. Meier, Zahnärztin mit Praxis

Privat sechs Monatsausgaben, zusätzlich eine betriebliche Reserve für Steuervorauszahlungen und zwei schwache Monate. Beides auf getrennten Konten.

11Mythos oder Fakt?

Tipp auf eine Karte, um sie umzudrehen.

Mythos„Mein Depot ist mein Notgroschen.“Tippen für den Fakt ↻
Fakt

Im Notfall steht das Depot vielleicht gerade im Minus. Wer dann verkauft, macht Verluste.

Mythos„Ein Dispo reicht als Puffer.“Tippen für den Fakt ↻
Fakt

Dispozinsen gehören zu den teuersten Krediten überhaupt. Ein Notgroschen kostet dich dagegen nichts.

12Häufige Fragen

Wie viel Notgroschen sollte ich haben?
3 bis 6 Monatsausgaben, Selbstständige 6 bis 12.
Soll ich erst den Notgroschen aufbauen oder direkt investieren?
Erst den Notgroschen, zumindest einen Grundstock. Parallel kann ein kleiner Sparplan schon starten.
Zählt mein Depot als Notgroschen?
Nein. Es kann im Notfall gerade im Minus stehen. Der Notgroschen soll sicher und sofort verfügbar sein.
Ist zu viel Notgroschen auch schlecht?
Ja. Geld, das über den Bedarf hinaus auf dem Tagesgeld liegt, verliert durch Inflation an Wert. Was darüber hinausgeht, sollte langfristig angelegt werden.
Ist Tagesgeld sicher?
Einlagen bei Banken in der EU sind bis 100.000 € pro Person und Bank gesetzlich geschützt.
Zählt eine Kreditlinie als Notgroschen?
Nein. Ein Notgroschen ist eigenes Geld, das sofort verfügbar ist und keine Zinsen kostet.
Felix Schmidt
Über den AutorFelix Schmidt

Ungebundener Finanzberater aus Heide. Seit über 12 Jahren begleitet er Akademikerinnen und Akademiker, mehr als 1.000 Mandanten deutschlandweit, ungebunden mit einer Auswahl aus über 310 Partnern. 5,0 Sterne bei 77 Google-Bewertungen. Mehr über Felix →

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Kim J.vor 3 Wochen
Hervorragend Beratung. Es wird einem alles so erklärt, dass man wirklich alles verstehen kann. Herr Schmidt ist ein absolut umgänglicher Mensch, man fühlt sich sehr gut aufgehoben.
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Johanna L.vor 7 Monaten
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Rebecca K.vor 3 Monaten
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Mike S.vor einem Jahr
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Jan W.vor 10 Monaten
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Frederik v. L.vor 2 Jahren
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Auszüge aus echten Google-Rezensionen, teils gekürzt, Namen abgekürzt. Bewertungen von Teammitgliedern sind nicht berücksichtigt.

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