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Pflege: Die Lücke, über die niemand spricht.

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkasko. Im Pflegeheim bleibt ein hoher Eigenanteil, und der steigt Jahr für Jahr.

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Wie wichtig ist das für dich?Wichtig: Für die meisten sinnvoll, je nach Lebenslage

Nicht vorgeschrieben. Wichtig, weil die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten trägt.

PflichtMust-haveWichtigOptional

Kurz gesagt

In Schleswig-Holstein zahlen Pflegeheimbewohner im ersten Jahr durchschnittlich 3.037 € pro Monat aus eigener Tasche (Stand 01.01.2026), 9,3 % mehr als im Vorjahr. Rente und Ersparnisse reichen dafür oft nicht. Eine private Pflegezusatzversicherung, etwa ein Pflegetagegeld, schließt diese Lücke und schützt auch das Vermögen der Familie.

  1. 01Das Problem: Pflege ist teuer, und die Kosten steigen schneller als die Renten
  2. 02Worum es wirklich geht: Selbst bestimmen, wie du gepflegt wirst
  3. 03Was ein Pflegeheim wirklich kostet
  4. 04Jetzt selbst rechnen
  5. 05Pflege zu Hause: die Lücke, über die kaum jemand spricht
  6. 06Und die Familie?
  7. 07Wie private Pflegevorsorge funktioniert
  8. 08Profiwissen: Woran du eine gute Pflegevorsorge erkennst
  9. 09Rechenbeispiel: Drei Jahre im Pflegeheim
  10. 10Pflegegrade und was die Kasse zahlt
  11. 11Die häufigsten Denkfehler
  12. 12Mythos oder Fakt?
  13. 13Häufige Fragen

01Das Problem: Pflege ist teuer, und die Kosten steigen schneller als die Renten

Die gesetzliche Pflegeversicherung wird oft missverstanden. Sie ist keine Vollversicherung, sondern eine Teilleistung. Sie zahlt je nach Pflegegrad einen festen Betrag, und alles, was darüber hinausgeht, zahlt der Pflegebedürftige selbst.

Im Pflegeheim in Schleswig-Holstein lag der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr Anfang 2026 bei 3.037 € pro Monat, 9,3 % mehr als ein Jahr zuvor. Das ist mehr, als viele Renten hergeben. Die Differenz wird aus dem Ersparten bezahlt, bis es aufgebraucht ist, und manchmal wird das eigene Haus verkauft.

Auch die Pflege zu Hause kostet Geld: Pflegedienst, Umbau des Bads, Treppenlift, Entlastung der Angehörigen. Und oft reduziert ein Familienmitglied die Arbeit, um zu pflegen, mit Folgen für das eigene Einkommen und die eigene Rente.

02Worum es wirklich geht: Selbst bestimmen, wie du gepflegt wirst

Über Pflege denkt man ungern nach. Aber wenn ich mit Mandanten darüber spreche, geht es fast nie ums Geld an sich. Es geht um Würde und um die Familie. Wer gepflegt werden muss, will selbst entscheiden, wo und von wem. Und niemand will, dass die eigenen Kinder deswegen ihr Leben umbauen müssen.

Die Angst dahinter
  • Das Haus, für das ich ein Leben lang gearbeitet habe, wird für das Heim verkauft.
  • Meine Kinder reduzieren ihre Arbeit oder zahlen für mich.
  • Ich lande in irgendeinem Heim, weil Geld die Wahl trifft.
  • Mein Partner gibt im Pflegefall alles Ersparte für mich aus und steht selbst ohne Reserve da.
Der Wunsch dahinter
  • So lange wie möglich zu Hause bleiben, mit Hilfe, die ich mir aussuche.
  • Das Vermögen bleibt für Partner und Kinder.
  • Die Kinder dürfen Kinder bleiben und müssen nicht Pfleger und Zahler werden.
  • Ich entscheide, solange ich es kann, und habe vorgesorgt für den Moment, in dem ich es nicht mehr kann.

Pflege ist keine Randerscheinung. Ende 2023 waren in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. 86 % von ihnen wurden zu Hause versorgt, rund 3,1 Millionen allein mit Pflegegeld, also überwiegend durch Angehörige. Pflege ist damit vor allem eine Familienaufgabe, und eine finanzielle.

Felix Schmidt
Felix' Tipp aus der Praxis

Denk bei der Pflege auch an deine Eltern. Reichen deren Rente und Vermögen nicht, kann ab 100.000 € Jahresbrutto auch dein Einkommen betroffen sein.

03Was ein Pflegeheim wirklich kostet

2025
2.778 €
2026
3.037 € / Monat

Der Eigenanteil setzt sich aus dem pflegebedingten Anteil, Unterkunft und Verpflegung, Investitions- und Ausbildungskosten zusammen. Die Pflegekasse zahlt nur einen festen Betrag je Pflegegrad, alles darüber zahlst du selbst. Mit längerem Aufenthalt gibt es Zuschläge auf den pflegebedingten Anteil, die Gesamtbelastung bleibt aber hoch.

04 · Jetzt selbst rechnen
Interaktiver Rechner

Was kostet der Heimplatz, wenn du ihn brauchst?

Ausgangspunkt ist der heutige Eigenanteil in Schleswig-Holstein von 3.037 € im Monat.

Eigenanteil im 1. Jahr laut vdek (Stand 01.01.2026), fortgeschrieben mit 2,5 % pro Jahr. Zuletzt stiegen die Kosten deutlich stärker. Ohne Leistungszuschläge für längere Aufenthalte.

05Pflege zu Hause: die Lücke, über die kaum jemand spricht

Alle reden über die Heimkosten. Dabei wollen die meisten zu Hause gepflegt werden, und auch das kostet viel mehr, als die Pflegekasse zahlt. Die gesetzlichen Leistungen für die Pflege zu Hause liegen 2026 bei:

PflegegradPflegegeld (Angehörige pflegen)Pflegesachleistung (Pflegedienst)
2347 €796 €
3599 €1.497 €
4800 €1.859 €
5990 €2.299 €

Dazu kommen 131 € Entlastungsbetrag im Monat. Eine Betreuungskraft, die bei dir wohnt, kostet aber schnell 3.000 € und mehr im Monat, ein Pflegedienst mehrmals täglich ebenfalls deutlich mehr als die Sachleistung. Die Differenz zahlst du selbst, oder deine Familie zahlt mit ihrer Zeit.

Animation · PflegePflegegrad 3: Was die Kasse zahlt und was bei dir bleibt
3.037 €Eigenanteil
Pflegeheim, Schleswig-Holstein
2.470 €Eigenanteil
Betreuungskraft zu Hause
  • Das zahlt die Pflegekasse
  • Das zahlst du selbst
Pro JahrAuch zu Hause bleiben schnell rund 29.640 € aus eigener Tasche.
Pflegeheim: Kassenleistung stationär 1.319 €, durchschnittlicher Eigenanteil im 1. Jahr in Schleswig-Holstein 3.037 € (vdek, 01.01.2026). Zu Hause: Pflegegeld 599 € plus Entlastungsbetrag 131 €, Betreuungskraft typischerweise rund 3.200 € im Monat. Größenordnungen, je nach Einzelfall.

06Und die Familie?

Reichen Rente und Vermögen nicht, springt das Sozialamt ein. Kinder werden erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von über 100.000 € zum Elternunterhalt herangezogen. Für viele Akademiker ist genau diese Grenze relevant.

07Wie private Pflegevorsorge funktioniert

Pflegetagegeld

Zahlt je nach Pflegegrad einen festen Betrag, frei verwendbar, auch für Pflege zu Hause.

Pflegekosten

Erstattet einen Teil der tatsächlichen Kosten nach Abzug der gesetzlichen Leistung.

Für die Eltern

Auch Eltern können abgesichert werden. Das schützt indirekt dein eigenes Vermögen.

Früh starten

Je jünger und gesünder, desto günstiger. Mit Vorerkrankungen wird es schwierig.

08Profiwissen: Woran du eine gute Pflegevorsorge erkennst

  1. Leistung schon ab Pflegegrad 2, besser ab 1. Die meisten Pflegefälle beginnen leicht. Ein Tarif, der erst ab Pflegegrad 4 richtig zahlt, hilft genau in den ersten Jahren nicht.
  2. Gleiche Leistung zu Hause wie im Heim. Manche Tarife kürzen bei häuslicher Pflege. Wer zu Hause bleiben will, braucht das volle Geld genau dort.
  3. Beitragsbefreiung im Pflegefall. Wer gepflegt wird, soll nicht weiter Beiträge zahlen müssen.
  4. Dynamik ohne neue Gesundheitsprüfung. Pflegekosten steigen jedes Jahr. Die Absicherung muss mitwachsen können.
  5. Einmalzahlung bei Eintritt. Für Umbauten wie ein bodengleiches Bad oder einen Treppenlift, die sofort anfallen.

Und der Zeitpunkt: Pflegezusatzversicherungen werden mit jedem Lebensjahr teurer, und mit jeder Diagnose schwieriger. Wer mit Anfang 30 abschließt, zahlt einen Bruchteil von dem, was mit 55 fällig wird. Auch für die eigenen Eltern lässt sich oft noch etwas machen, solange sie gesund sind.

09Rechenbeispiel: Drei Jahre im Pflegeheim

Animation · PflegeMonat für Monat: Was das Heim kostet
Eigenanteil nach drei Jahren im Heim109.332 €3.037 € × 36 Monate, Schleswig-Holstein, 1. Jahr
1. Jahr · 36.444 €2. Jahr · 72.888 €3. Jahr · 109.332 €
Jedes Kästchenist ein Monat, den du oder deine Familie selbst zahlt.
Durchschnittlicher Eigenanteil in Schleswig-Holstein im ersten Jahr, Stand 01.01.2026, ohne Kostensteigerung und ohne Zuschläge der Pflegekasse.
Eigenanteil pro Monat (SH, 1. Jahr, 01.01.2026)3.037 €
× 36 Monate× 36
Eigenanteil über 3 Jahre (ohne Kostensteigerung)109.332 €

Mit längerer Aufenthaltsdauer sinkt der pflegebedingte Anteil durch Zuschläge der Pflegekasse etwas. Gleichzeitig steigen die Kosten Jahr für Jahr. Wie hoch der Eigenanteil in einigen Jahrzehnten sein könnte, zeigt dir der Rechner oben.

Vereinfachte Rechnung auf Basis des Landesdurchschnitts. Einzelne Heime liegen darüber oder darunter.

10Pflegegrade und was die Kasse zahlt

Seit 2017 gibt es fünf Pflegegrade, von geringer bis schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Leistung der Pflegekasse. Der Eigenanteil im Heim ist aber in allen Pflegegraden ähnlich hoch, weil die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen immer selbst zu tragen sind.

  1. Antrag bei der Pflegekasse stellen.
  2. Begutachtung durch den Medizinischen Dienst.
  3. Einstufung in einen Pflegegrad.
  4. Leistungen: Pflegegeld, Sachleistungen oder Heimzuschuss.

11Die häufigsten Denkfehler

  • „Das zahlt die Pflegekasse.“ Nur einen Teil.
  • „Die Kinder kümmern sich.“ Viele wohnen weit weg oder arbeiten Vollzeit. Und finanziell haften Kinder erst ab einem Jahresbrutto von über 100.000 €, dann aber spürbar.
  • „Ich habe ja das Haus.“ Dann muss es im Ernstfall verkauft werden.
  • „Damit beschäftige ich mich später.“ Mit Vorerkrankungen wird der Abschluss schwierig oder unmöglich.

Pflegevorsorge ist Teil einer guten Altersvorsorge. Auch für die eigenen Eltern lohnt es sich, das Thema anzusprechen.

12Mythos oder Fakt?

Tipp auf eine Karte, um sie umzudrehen.

Mythos„Die Pflegeversicherung zahlt das Heim.“Tippen für den Fakt ↻
Fakt

Sie zahlt nur einen Teil. In Schleswig-Holstein bleiben im ersten Jahr im Schnitt 3.037 € Eigenanteil im Monat.

Mythos„Pflege betrifft nur sehr alte Menschen.“Tippen für den Fakt ↻
Fakt

Auch nach Unfall oder Krankheit kann Pflegebedarf früh entstehen.

13Häufige Fragen

Was kostet ein Pflegeheim in Schleswig-Holstein?
Im ersten Jahr liegt der durchschnittliche Eigenanteil bei 3.037 € im Monat (Stand 01.01.2026, vdek).
Müssen Kinder für die Pflege der Eltern zahlen?
Erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von über 100.000 € pro Kind kann das Sozialamt Elternunterhalt verlangen.
Ab wann sollte ich eine Pflegezusatzversicherung abschließen?
Möglichst früh und gesund. Viele beginnen zwischen 30 und 50, wenn die Beiträge noch niedrig sind.
Was ist ein Pflegetagegeld?
Eine private Versicherung, die je nach Pflegegrad einen festen Betrag pro Tag oder Monat zahlt, frei verwendbar für Heim, Pflegedienst oder Angehörige.
Gibt es staatliche Förderung für die Pflegevorsorge?
Für bestimmte Pflegetagegeldtarife gibt es eine staatliche Zulage, den sogenannten Pflege-Bahr. Ob er sinnvoll ist, hängt vom Tarif ab.
Wie viele Pflegegrade gibt es?
Fünf, von geringer Beeinträchtigung (Pflegegrad 1) bis zur schwersten Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen (Pflegegrad 5).
Kann ich auch für meine Eltern vorsorgen?
Ja, Eltern können selbst eine Pflegezusatzversicherung abschließen, meist bis zu einem bestimmten Eintrittsalter und abhängig von der Gesundheit.
Wie viele Menschen werden zu Hause gepflegt?
Rund 86 % der knapp 5,7 Millionen Pflegebedürftigen, Stand Ende 2023. Etwa 3,1 Millionen bekamen ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend von Angehörigen versorgt.
Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?
347 € in Pflegegrad 2, 599 € in Pflegegrad 3, 800 € in Pflegegrad 4 und 990 € in Pflegegrad 5 pro Monat. Die Beträge sind gegenüber 2025 unverändert.
Lohnt sich eine Pflegezusatzversicherung?
Für viele ja, denn die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Teilkasko. Im Pflegeheim in Schleswig-Holstein bleiben im ersten Jahr im Schnitt 3.037 € Eigenanteil pro Monat. Je jünger du abschließt, desto günstiger.
Ist die Pflegezusatzversicherung steuerlich absetzbar?
Als sonstige Vorsorgeaufwendungen. Für staatlich geförderte Pflegetagegeldtarife gibt es zusätzlich 5 € Zulage im Monat.

Quellen

Felix Schmidt
Über den AutorFelix Schmidt

Ungebundener Finanzberater aus Heide. Seit über 12 Jahren begleitet er Akademikerinnen und Akademiker, mehr als 1.000 Mandanten deutschlandweit, ungebunden mit einer Auswahl aus über 310 Partnern. 5,0 Sterne bei 77 Google-Bewertungen. Mehr über Felix →

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77 Rezensionen. 5,0 von 5 Sternen.

Keine bezahlten Testimonials, sondern echte Stimmen von Menschen, die ich begleite. Nachlesbar bei Google.

L
Lea J.vor 2 Jahren
Felix hat mich hervorragend zum Thema Altersvorsorge und private Krankenversicherung beraten. Er hat sich Zeit genommen, um mir die Bedeutung dieser Themen verständlich zu erklären.
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C
Celina R.vor 2 Jahren
Herr Schmidt hat mir geholfen, mir einen Überblick über meine finanzielle Situation zu verschaffen. Zudem hat er mich zum Thema Altersvorsorge beraten, sodass ich mich „gut vorbereitet“ fühle.
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K
K.vor 3 Jahren
Felix betreut mich nun schon seit einigen Jahren, wodurch ich gerade hinsichtlich meiner finanziellen Absicherung im Alter einen erheblichen Mehrwert erzielen konnte.
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K
Kim J.vor 3 Wochen
Hervorragend Beratung. Es wird einem alles so erklärt, dass man wirklich alles verstehen kann. Herr Schmidt ist ein absolut umgänglicher Mensch, man fühlt sich sehr gut aufgehoben.
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J
Johanna L.vor 7 Monaten
Ich bin wirklich froh, mich für die Beratung bei Felix entschieden zu haben. Von Anfang an hatte ich ein sehr gutes Gefühl – ehrlich, transparent und auf Augenhöhe.
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R
Rebecca K.vor 3 Monaten
Einfach super tolle Begleitung und Beratung in Bezug auf verschiedenste Themen. Was ich am besten finde, ist die Transparenz bei allem, was erklärt und an Verträgen abgeschlossen wird!
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Auszüge aus echten Google-Rezensionen, teils gekürzt, Namen abgekürzt. Bewertungen von Teammitgliedern sind nicht berücksichtigt.

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