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Ratgeber · Vermögen

ETF-Sparplan starten: Schritt für Schritt zum ersten Depot.

Du weißt, dass du investieren solltest, aber zwischen Broker-Vergleich, MSCI World und thesaurierend bleibt es beim Vorhaben. Hier ist der komplette Weg, in der richtigen Reihenfolge.

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Kurz gesagt

Ein ETF-Sparplan braucht sechs Schritte: Notgroschen sichern, Depot eröffnen, Freistellungsauftrag stellen, einen breit gestreuten Welt-ETF mit niedrigen Kosten wählen, die Sparrate automatisch nach Gehaltseingang ausführen lassen und in Krisen durchhalten. Der teuerste Fehler ist nicht der falsche ETF, sondern später anzufangen: 300 € im Monat über 30 statt 25 Jahre machen bei 6 % rund 93.000 € Unterschied.

  1. 01Warum der Start wichtiger ist als der perfekte ETF
  2. 02Jetzt selbst rechnen
  3. 03Die 6 Schritte zu deinem ETF-Sparplan
  4. 04So wählst du den passenden ETF
  5. 05Was Kosten über 30 Jahre ausmachen
  6. 06Die 5 teuersten Anfängerfehler
  7. 07Wo der ETF-Sparplan in deinen Gesamtplan passt
  8. 08Mythos oder Fakt?
  9. 09Häufige Fragen

01Warum der Start wichtiger ist als der perfekte ETF

In Erstgesprächen höre ich oft denselben Satz: „Ich will erst noch verstehen, welcher ETF der beste ist.“ Das klingt vernünftig, ist aber teuer. Denn beim Vermögensaufbau zählt vor allem eine Größe, die du nicht zurückholen kannst: Zeit.

Animation · Starten statt grübeln300 € im Monat: heute oder in fünf Jahren?
301.355 €
Start heute, 30 Jahre
207.898 €− 93.457 €
5 Jahre gezögert, 25 Jahre
  • Selbst eingezahlt
  • Zinsen und Erträge
Der Preis des ZögernsNur 18.000 € weniger eingezahlt, aber über 93.000 € weniger Vermögen. Die besten Jahre des Zinseszinses sind die letzten.
6 % Rendite p. a., vor Kosten und Steuern, nicht garantiert.

Der Unterschied zwischen zwei guten Welt-ETFs liegt dagegen meist bei wenigen Zehntelprozent Kosten im Jahr. Perfektion ist hier also der Feind des Ergebnisses. Ein solider Plan, der heute startet, schlägt den perfekten Plan, der in zwei Jahren startet.

* Beispielrechnung mit monatlicher Verzinsung, vor Kosten und Steuern. Renditen sind nicht garantiert, Kurse schwanken.

02 · Jetzt selbst rechnen
Interaktiver Rechner

Dein erster Sparplan in Zahlen

Voreingestellt ist das Beispiel aus diesem Ratgeber: 300 € im Monat über 30 Jahre. Schieb die Regler auf deine Werte.

Beispielrechnung vor Kosten und Steuern, monatliche Verzinsung. Renditen sind nicht garantiert, Kurse können schwanken.

03Die 6 Schritte zu deinem ETF-Sparplan

  1. Notgroschen zuerst: drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto. Sonst musst du im nächsten Crash verkaufen, wenn die Waschmaschine kaputtgeht. Mehr dazu im Notgroschen-Ratgeber.
  2. Depot eröffnen: bei einer Bank oder einem Broker mit kostenlosen oder sehr günstigen Sparplänen. Achte auf Ordergebühren pro Ausführung, eine große ETF-Auswahl und deutsche Steuerabwicklung, damit die Bank die Steuern automatisch abführt.
  3. Freistellungsauftrag stellen: bis zu 1.000 € Kapitalerträge im Jahr bleiben steuerfrei, für Verheiratete 2.000 €. Ohne Auftrag zieht die Bank Steuern ab, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholen musst.
  4. ETF auswählen: ein breit gestreuter Welt-ETF reicht als Kern völlig aus. Die Kriterien stehen im nächsten Abschnitt.
  5. Sparplan einrichten: Ausführungstag kurz nach dem Gehaltseingang, zum Beispiel am 2. des Monats. So ist das Geld weg, bevor es im Alltag verschwindet.
  6. Dynamik und Durchhalten: Die Rate jedes Jahr oder bei jeder Gehaltserhöhung anheben (siehe 50/50-Regel) und in Krisen nicht verkaufen.
Felix Schmidt
Felix' Tipp aus der Praxis

Richte den Sparplan heute mit einer kleinen Rate ein, auch wenn du noch nicht alles verstanden hast. Erhöhen kannst du jederzeit. Starten ist der schwerste Schritt.

04So wählst du den passenden ETF

Für den Kern deines Depots brauchst du keinen Spezial-ETF, sondern einen, der die Weltwirtschaft möglichst breit abbildet. Diese Kriterien helfen bei der Auswahl:

KriteriumWorauf du achtest
IndexMSCI World (rund 1.400 Unternehmen aus Industrieländern) oder MSCI ACWI / FTSE All-World (inklusive Schwellenländer)
Kosten (TER)möglichst unter 0,3 % im Jahr
Fondsgrößemehrere hundert Millionen Euro oder mehr, damit der ETF nicht geschlossen wird
Ertragsverwendungthesaurierend für den Vermögensaufbau, ausschüttend, wenn du laufende Erträge willst
Replikationphysisch oder synthetisch, beides ist für Privatanleger in Ordnung

Thesaurierend heißt: Die Erträge werden automatisch wieder angelegt, der Zinseszins arbeitet ohne dein Zutun. Steuerlich fällt dabei jedes Jahr eine kleine Vorabpauschale an, die meist vom Freistellungsauftrag gedeckt ist.

05Was Kosten über 30 Jahre ausmachen

Kosten wirken unscheinbar, weil sie als kleine Prozentzahl auf dem Papier stehen. Über Jahrzehnte fressen sie aber einen erstaunlichen Teil der Rendite.

Animation · KostenWas Kosten über 30 Jahre ausmachen
290.080 €
ETF mit 0,2 % Kosten
227.816 €− 62.264 €
Aktiver Fonds mit 1,5 % Kosten
  • Selbst eingezahlt
  • Erträge nach Kosten
1,3 Prozentpunkteklingen nach wenig. Über 30 Jahre fressen sie mehr als die Hälfte von dem, was du selbst eingezahlt hast.
300 € im Monat, 30 Jahre, 6 % vor Kosten, nicht garantiert.

Deshalb lohnt sich der Blick auf alte Fondssparpläne und Versicherungsverträge. Den genauen Effekt für deinen Vertrag zeigt der Vertrags-Check.

06Die 5 teuersten Anfängerfehler

Auf den richtigen Moment warten

Niemand trifft den Tiefpunkt zuverlässig. Wer monatlich kauft, nutzt Schwankungen automatisch.

Zu viele ETFs

Fünf ETFs auf ähnliche Indizes bringen keine Streuung, nur Unübersichtlichkeit. Ein bis drei reichen.

Themen-ETFs als Kern

Wasserstoff, KI, Cybersecurity: spannend als Beimischung, aber riskant als Fundament.

Verkaufen in der Krise

Wer bei minus 30 % verkauft, macht den Buchverlust real und verpasst die Erholung.

Förderung vergessen

Bevor alles ins freie Depot fließt: Arbeitgeber-Zuschuss in der bAV und Zulagen im Altersvorsorgedepot prüfen.

07Wo der ETF-Sparplan in deinen Gesamtplan passt

Ein ETF-Sparplan ist der flexible Teil deines Vermögens: jederzeit verfügbar, ideal für Ziele vor dem Ruhestand wie Eigenkapital, Auszeit oder früherer Ausstieg. Für die reine Altersvorsorge können geförderte Wege mehr bringen, weil der Staat oder dein Arbeitgeber etwas dazulegt. Den direkten Vergleich findest du im Ratgeber Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan.

Was genau in einem Welt-ETF steckt, welche Unternehmen, Branchen und Länder, und wie er sich Jahr für Jahr entwickelt hat, zeigt der interaktive ETF-Explorer.

Wie hoch deine Rate sein sollte, hängt an deiner Rentenlücke und deinen Zielen. Das rechnest du im Ratgeber ETF-Sparplan: Wie viel ist genug? nach.

08Mythos oder Fakt?

Tipp auf eine Karte, um sie umzudrehen.

Mythos„Ich brauche erst viel Geld, um zu investieren.“Tippen für den Fakt ↻
Fakt

Sparpläne starten bei vielen Anbietern ab 25 oder 50 € im Monat. Zeit ist wichtiger als die Startsumme.

Mythos„Ich warte auf den nächsten Crash.“Tippen für den Fakt ↻
Fakt

Niemand trifft den Tiefpunkt zuverlässig. Wer monatlich investiert, kauft in Krisen automatisch günstiger ein.

09Häufige Fragen

Mit wie viel Geld kann ich einen ETF-Sparplan starten?
Bei vielen Anbietern ab 25 oder 50 € im Monat, teilweise ab 1 €. Wichtiger als die Höhe ist, dass du startest und die Rate später erhöhst.
MSCI World oder ACWI?
Der MSCI World enthält nur Industrieländer, der ACWI zusätzlich Schwellenländer wie China oder Indien. Beides ist eine solide Basis. Der ACWI ist noch etwas breiter gestreut.
Thesaurierend oder ausschüttend?
Für den Vermögensaufbau meist thesaurierend, weil die Erträge automatisch wieder angelegt werden. Ausschüttend passt, wenn du regelmäßige Auszahlungen willst.
Welcher Ausführungstag ist der beste?
Steuerlich und renditeseitig ist der Tag egal. Praktisch ist ein Tag kurz nach dem Gehaltseingang, damit das Geld gar nicht erst ausgegeben wird.
Was passiert, wenn mein Broker pleitegeht?
ETFs sind Sondervermögen. Sie gehören dir und nicht der Bank oder dem Broker und fallen deshalb nicht in die Insolvenzmasse.
Muss ich die ETF-Gewinne in der Steuererklärung angeben?
Bei einem deutschen Depot führt die Bank die Abgeltungsteuer automatisch ab. Eintragen musst du sie in der Regel nur, wenn du etwas zurückholen willst, zum Beispiel einen nicht genutzten Freibetrag.
Felix Schmidt
Über den AutorFelix Schmidt

Ungebundener Finanzberater aus Heide. Seit über 12 Jahren begleitet er Akademikerinnen und Akademiker, mehr als 1.000 Mandanten deutschlandweit, ungebunden mit einer Auswahl aus über 310 Partnern. 5,0 Sterne bei 77 Google-Bewertungen. Mehr über Felix →

@felixschmdt folgenJede Woche Klartext zu Geld, Rente und Versicherungen · 17.000+ Follower
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Basierend auf 77 echten Rezensionen
Das sagen Mandanten

77 Rezensionen. 5,0 von 5 Sternen.

Keine bezahlten Testimonials, sondern echte Stimmen von Menschen, die ich begleite. Nachlesbar bei Google.

M
Michel K.vor einem Jahr
Was mir besonders gefällt ist die Vertrautheit, mit der Felix mich betreut. Als Laie habe ich nur wenig Ahnung von Depots bzw. Finanzprodukten. Felix hat es mir ruhig und einfach erklärt.
Rezension auf Google
A
Arno L.vor einem Jahr
Ich war sehr positiv überrascht von der kompetenten und transparenten Beratung und konnte einiges an Kosten einsparen und zudem auch eine Menge Wissen mitnehmen.
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M
Marcel S.vor 9 Monaten
Toller Beratungsansatz! Durch die offenen und transparenten Termine konnte ich immer nachvollziehen, woran wir gemeinsam arbeiten. Die Themen wurden professionell Schritt für Schritt erklärt.
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K
Kim J.vor 3 Wochen
Hervorragend Beratung. Es wird einem alles so erklärt, dass man wirklich alles verstehen kann. Herr Schmidt ist ein absolut umgänglicher Mensch, man fühlt sich sehr gut aufgehoben.
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J
Johanna L.vor 7 Monaten
Ich bin wirklich froh, mich für die Beratung bei Felix entschieden zu haben. Von Anfang an hatte ich ein sehr gutes Gefühl – ehrlich, transparent und auf Augenhöhe.
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R
Rebecca K.vor 3 Monaten
Einfach super tolle Begleitung und Beratung in Bezug auf verschiedenste Themen. Was ich am besten finde, ist die Transparenz bei allem, was erklärt und an Verträgen abgeschlossen wird!
Rezension auf Google

Auszüge aus echten Google-Rezensionen, teils gekürzt, Namen abgekürzt. Bewertungen von Teammitgliedern sind nicht berücksichtigt.

Der beste Zeitpunkt war gestern. Der zweitbeste ist heute.

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