01Das Problem: Gutes Einkommen, aber das Geld arbeitet nicht
Viele Akademiker haben ein solides Einkommen, aber das Vermögen liegt auf dem Girokonto, dem Tagesgeld oder in alten Bankprodukten mit hohen Kosten. Nach Inflation verliert dieses Geld jedes Jahr an Kaufkraft. Das ist kein dramatischer Verlust in einem Jahr, aber über zwanzig Jahre ein enormer.
Der Grund ist selten Faulheit, sondern Unsicherheit: Welcher ETF? Wann einsteigen? Was, wenn die Börse fällt? Und so wird Jahr für Jahr gewartet, auf den richtigen Moment, auf mehr Zeit, auf mehr Wissen. Dabei ist die wichtigste Zutat für Vermögensaufbau genau das, was beim Warten verloren geht: Zeit.
02Worum es wirklich geht: Optionen statt Abhängigkeit vom Gehalt
Vermögen ist kein Selbstzweck. Für die meisten meiner Mandanten bedeutet es Optionen: das Sabbatical, die Teilzeit, wenn die Kinder klein sind, die Eigenkapital-Reserve für das Haus, der frühere Ruhestand. Wer Vermögen hat, muss nicht jede Entscheidung danach treffen, ob das nächste Gehalt kommt.
- Ich verdiene gut und habe trotzdem nichts übrig.
- Mit jeder Gehaltserhöhung steigen nur die Ausgaben.
- Ich habe Angst, an der Börse alles zu verlieren.
- Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, also fange ich nicht an.
- Ein Vermögen, das jedes Jahr spürbar wächst, ohne dass ich mich täglich darum kümmere.
- Freiheit bei großen Lebensentscheidungen.
- Ruhe auch in Krisen, weil ich den Plan verstehe.
- Ein klares System statt Bauchgefühl.

Richte den Sparplan auf den Tag nach dem Gehaltseingang ein. Was gar nicht erst auf dem Girokonto liegen bleibt, wird auch nicht ausgegeben.
03Was Inflation mit Geld auf dem Konto macht
Auf dem Kontoauszug sieht es aus, als würde nichts verloren gehen. Die Zahl bleibt gleich oder wächst mit dem Zins sogar leicht. Was sie nicht zeigt: wie viel du dir dafür später noch kaufen kannst. Genau das zeigt dieser Rechner.
Wie viel ist dein Geld später noch wert?
Betrag, Zeitraum, Inflation und Kontozins: Du siehst die echte Kaufkraft und wie viel du bräuchtest, um sie zu halten.
Vereinfachte Rechnung mit gleichbleibender Inflation und gleichbleibendem Zins, ohne Steuern auf Zinsen. Die 2,5 % sind eine vorsichtige Annahme für die Zukunft.
Die Faustregel dahinter: Bei 2,5 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft in rund 28 Jahren. Für den Notgroschen ist das Konto trotzdem richtig, weil er sofort verfügbar sein muss. Alles, was du erst in zehn Jahren oder später brauchst, gehört dorthin, wo es über der Inflation wachsen kann.
04Warum ETFs?

Ein Welt-ETF verteilt dein Geld auf Tausende Unternehmen in vielen Ländern.
Laufende Kosten oft deutlich unter 0,5 % im Jahr. Das zählt über Jahrzehnte enorm.
Automatisch jeden Monat investieren, unabhängig von Schlagzeilen.
Jederzeit verfügbar, anders als geförderte Altersvorsorge.
Was aus deinem Sparplan wird
Spiel mit Sparrate, Laufzeit und Rendite, und sieh, wie der Zinseszins in den späten Jahren explodiert.
Beispielrechnung vor Kosten und Steuern, monatliche Verzinsung. Renditen sind nicht garantiert, Kurse können schwanken.
06Steuern im Depot
- Sparerpauschbetrag: 1.000 € Kapitalerträge im Jahr steuerfrei, für Verheiratete 2.000 €.
- Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs sind 30 % der Erträge steuerfrei.
- Abgeltungsteuer: Auf den Rest 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
07Wie viel und wofür?
- Was du selbst einzahlst
- Was der Zinseszins dazulegt
Die richtige Sparrate ergibt sich aus deinen Zielen: Rentenlücke, Immobilie, früherer Ruhestand. Wie du das ausrechnest, steht im Ratgeber ETF-Sparplan: Wie viel ist genug?
* Beispielrechnung vor Kosten und Steuern mit angenommener Rendite von 6 % pro Jahr. Renditen sind nicht garantiert, Kurse können schwanken.
08Rechenbeispiel: Was Kosten über die Jahre ausmachen
Angenommen, du sparst 25 Jahre lang 500 € im Monat bei 6 % Bruttorendite:
Rund 60.000 € Unterschied, nur durch Kosten. Deshalb prüfen wir bei bestehenden Fonds und Verträgen immer zuerst die Kosten. Mehr im Vertrags-Check.
Beispielrechnung vor Steuern, Renditen nicht garantiert.
09Wie ein ETF funktioniert
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, etwa den MSCI World oder den MSCI ACWI. Statt einzelne Aktien auszuwählen, kaufst du mit einem ETF automatisch Anteile an hunderten oder tausenden Unternehmen. Weil kein Fondsmanager aktiv auswählt, sind die Kosten sehr niedrig.
- Thesaurierend oder ausschüttend: Erträge werden automatisch reinvestiert oder ausgezahlt.
- Breite: Ein Welt-ETF mit Industrie- und Schwellenländern streut besonders breit.
- Sondervermögen: Das Geld im ETF ist bei einer Pleite des Anbieters geschützt.
10Was passiert, wenn die Börse fällt
Die Börse fällt regelmäßig, manchmal heftig. In der Finanzkrise verlor ein weltweit gestreuter Aktienindex rund 40 %, im Corona-Crash 2020 gut ein Drittel in wenigen Wochen. Wer in solchen Momenten verkauft, macht den Verlust endgültig. Wer weiter spart, kauft billig ein.
Genau hier liegt die Stärke eines Sparplans. Fällt der Kurs, bekommst du für dieselbe Rate mehr Anteile. Steigt er wieder, arbeiten alle diese Anteile für dich. Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt den Effekt:
11Die Strategie: einfach, automatisch, langfristig
- Fundament legen: Notgroschen und Absicherung.
- Ziel und Sparrate festlegen: mit dem Ziele-Rechner.
- Breit gestreuten ETF wählen und Sparplan einrichten.
- Durchhalten: Auch in Krisen nicht verkaufen.
- Erhöhen: Mit jeder Gehaltserhöhung mitwachsen lassen.
12Profiwissen für dein Depot
Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank Steuern ab, obwohl der Sparerpauschbetrag noch frei wäre. Bei mehreren Depots teilst du ihn bewusst auf.
Thesaurierende ETFs legen Erträge automatisch wieder an, ideal für den Aufbau. Einmal im Jahr wird dabei eine kleine Vorabpauschale versteuert, auch dafür ist der Freibetrag da.
Hast du neben Aktien auch sichere Bausteine, gleichst du die Aufteilung einmal im Jahr aus. So kaufst du automatisch, was günstig geworden ist.
Im Ruhestand entscheidet die Reihenfolge der Verkäufe über die Steuer. Wer in Tranchen verkauft und Freibeträge jedes Jahr nutzt, behält mehr. Das planen wir rechtzeitig vor Rentenbeginn.
13Mythos oder Fakt?
Tipp auf eine Karte, um sie umzudrehen.
Den kennt niemand. Langfristig schlägt regelmäßiges Investieren den Versuch, den Markt zu timen.
Ein breit gestreuter Welt-ETF verteilt dein Geld auf Tausende Unternehmen. Kurzfristig schwankt er, langfristig wächst die Weltwirtschaft.