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Ratgeber · Förderung

Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan? Meist beides.

Ab dem 1. Januar 2027 gibt es das geförderte Altersvorsorgedepot. Viele fragen sich, ob ihr freier ETF-Sparplan damit überholt ist. Die ehrliche Antwort: Es kommt auf die Reihenfolge an.

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Kurz gesagt

Das Altersvorsorgedepot legt auf bis zu 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr bis zu 540 € Grundzulage plus bis zu 300 € pro Kind drauf. Dafür ist das Geld bis zum Ruhestand gebunden und die Auszahlung wird versteuert. Der ETF-Sparplan bringt keine Zulage, ist aber jederzeit verfügbar. Sinnvoll ist meist: zuerst die Förderung mitnehmen, alles darüber hinaus und alles für Ziele vor dem Ruhestand frei anlegen.

  1. 01Die Ausgangslage: Zwei Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben
  2. 02Der direkte Vergleich
  3. 03Jetzt selbst rechnen
  4. 04Rechenbeispiel: 150 € im Monat über 30 Jahre
  5. 05Für wen sich was besonders lohnt
  6. 06Drei Haushalte, drei Lösungen
  7. 07Die sinnvolle Reihenfolge
  8. 08Was die Steuer am Ende ausmacht
  9. 09Häufige Fragen

01Die Ausgangslage: Zwei Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben

Das Altersvorsorgedepot ersetzt ab 2027 die Riester-Rente für Neuverträge. Statt teurer Garantien sind ETFs möglich, die Förderung ist einfacher, und erstmals sind auch Selbstständige förderberechtigt. Damit wird es zu einer echten Alternative zum freien ETF-Sparplan, aber nicht zu einem Ersatz.

Der Grund: Beide Werkzeuge lösen unterschiedliche Aufgaben. Das Altersvorsorgedepot ist für den Ruhestand gebaut und belohnt dich dafür, dass du das Geld bis dahin liegen lässt. Der ETF-Sparplan ist dein flexibles Vermögen für alles, was vorher kommt.

02Der direkte Vergleich

AltersvorsorgedepotETF-Sparplan
Staatliche Zulagebis 540 € / Jahr + bis 300 € pro Kindkeine
Geförderter Beitragbis 1.800 € Eigenbeitrag im Jahrunbegrenzt, aber ungefördert
Verfügbarkeitgebunden, Auszahlung frühestens mit 65 (früher nur bei Bezug einer Altersrente), spätestens mit 70jederzeit
KostenStandardprodukt mit Kostendeckel von 1 % im JahrETF oft unter 0,3 % im Jahr
SteuernAuszahlung im Alter mit persönlichem SteuersatzAbgeltungsteuer auf Gewinne, 30 % Teilfreistellung bei Aktien-ETFs
Vorzeitige Entnahmenur mit Rückzahlung der Förderungproblemlos
03 · Jetzt selbst rechnen
Interaktiver Rechner

So viel Zulage holst du dir

Voreingestellt: 150 € im Monat und ein Kind. Ändere Beitrag und Kinderzahl und sieh, was der Staat dazulegt.

Grundzulage 50 % auf die ersten 360 €, 25 % bis 1.800 € Eigenbeitrag (max. 540 €), Kinderzulage bis 300 € pro Kind. Vereinfachte Darstellung nach dem beschlossenen Gesetz, Stand 2026.

Felix Schmidt
Felix' Tipp aus der Praxis

Bei Kindern lohnt sich das Altersvorsorgedepot besonders: 25 € im Monat pro Kind reichen für die volle Kinderzulage von 300 €. Das ist eine Förderquote, die sonst kaum ein Produkt schafft.

04Rechenbeispiel: 150 € im Monat über 30 Jahre

Angenommen, du legst 1.800 € im Jahr an, also 150 € im Monat. Im Altersvorsorgedepot kommen 540 € Grundzulage dazu (50 Cent je Euro auf die ersten 360 €, 25 Cent je Euro bis 1.800 €).

Animation · Zulage plus Zinseszins150 € im Monat, 30 Jahre, 6 %
142.305 €
ETF-Sparplan
184.996 €+ 42.691 €
Altersvorsorgedepot
  • Eigene Einzahlungen 54.000 €
  • Grundzulagen 16.200 €
  • Erträge
Beispielrechnung mit jährlicher Einzahlung, vor Kosten und Steuern. Renditen sind nicht garantiert.

Rechnet man realistische Kosten ein, schrumpft der Vorsprung, bleibt aber deutlich: mit 1 % Kosten im Altersvorsorgedepot (5 % netto) kommen rund 155.467 € zusammen, im ETF-Sparplan mit 0,2 % Kosten (5,8 % netto) rund 137.394 €. Mit einem Kind und 300 € Kinderzulage wächst das Altersvorsorgedepot im selben Szenario auf rund 175.399 €.

Wichtig für die Einordnung: Die Auszahlung aus dem Altersvorsorgedepot wird im Alter mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert, beim ETF-Sparplan fällt Abgeltungsteuer nur auf die Gewinne an. Wie viel davon netto bleibt, hängt deshalb an deinem Einkommen im Ruhestand. Genau das rechnen wir im Erstgespräch mit deinen Zahlen.

* Beispielrechnung mit jährlicher Einzahlung, vor Steuern. Renditen sind nicht garantiert.

05Für wen sich was besonders lohnt

Familien mit Kindern

Bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind und Jahr machen das Altersvorsorgedepot besonders stark. Die volle Kinderzulage gibt es bei 25 € Eigenbeitrag im Monat.

Berufseinsteiger unter 25

Einmalig 200 € Bonus zum Start, dazu die lange Laufzeit. Kleiner Beitrag, große Wirkung.

Selbstständige

Erstmals förderberechtigt, auch ohne gesetzliche Rentenversicherung. Eine echte Lücke, die sich ab 2027 schließt.

Wer früher aufhören will

Für Ziele vor 65 braucht es freies Vermögen. Hier ist der ETF-Sparplan nicht zu ersetzen.

06Drei Haushalte, drei Lösungen

Lea, 26, Berufseinsteigerin

150 € im Monat ins Altersvorsorgedepot für die volle Grundzulage von 540 €, dazu einmalig 200 € Startbonus. Alles darüber in einen ETF-Sparplan, damit sie für Eigenkapital oder Auszeit flexibel bleibt.

Familie Hansen, zwei Kinder

Beide Eltern nutzen das Altersvorsorgedepot. Mit zwei Kindern kommen bis zu 600 € Kinderzulage im Jahr dazu. Der Sparplan für die Kinder läuft getrennt, das Depot bleibt für die Rente.

Dr. Weber, 45, angestellte Ärztin

Erstmals förderberechtigt als Versorgungswerk-Mitglied. Altersvorsorgedepot bis zur vollen Zulage, dazu Basisrente für den Steuervorteil und ein ETF-Depot für Flexibilität.

Die Logik ist bei allen gleich: Zuerst die Förderung mitnehmen, die mit wenig Eigenbeitrag am meisten bringt, dann frei und flexibel weitersparen.

07Die sinnvolle Reihenfolge

  1. Notgroschen aufbauen, damit nichts vorzeitig aufgelöst werden muss.
  2. Arbeitgeber-Geld mitnehmen: Gibt dein Arbeitgeber in der bAV mehr als den Pflichtzuschuss dazu, ist das oft der stärkste Hebel.
  3. Altersvorsorgedepot bis zur vollen Zulage: 1.800 € im Jahr für die volle Grundzulage, mit Kindern mindestens 25 € im Monat pro Kind.
  4. Alles darüber: in den freien ETF-Sparplan, für Flexibilität und Ziele vor dem Ruhestand.

Hast du noch einen alten Riester-Vertrag? Dann lies vorher den Ratgeber Riester ab 2027. Kündigen ist fast immer die teuerste Lösung.

08Was die Steuer am Ende ausmacht

AltersvorsorgedepotDie Beiträge werden gefördert, bei hohem Einkommen zusätzlich über den Sonderausgabenabzug. Dafür ist die Auszahlung im Alter voll steuerpflichtig, meist zu einem niedrigeren Steuersatz als heute.
ETF-SparplanEingezahlt wird aus versteuertem Geld. Besteuert werden nur die Gewinne, bei Aktien-ETFs davon 70 %, mit Abgeltungsteuer. Dazu kommt jedes Jahr die Vorabpauschale.

Was am Ende mehr bringt, hängt von deinem Steuersatz heute und im Alter ab. Mit dem Entnahmeplan-Rechner siehst du, was aus dem ETF-Depot netto übrig bleibt.

09Häufige Fragen

Ersetzt das Altersvorsorgedepot meinen ETF-Sparplan?
Nein. Es ergänzt ihn. Das Altersvorsorgedepot ist für den Ruhestand gebunden, der ETF-Sparplan bleibt dein flexibles Vermögen.
Wie viel muss ich einzahlen, um die volle Zulage zu bekommen?
Für die volle Grundzulage von 540 € sind 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr nötig, also 150 € im Monat. Für die volle Kinderzulage reichen 25 € im Monat pro Kind.
Kann ich mehr als 1.800 € im Jahr einzahlen?
Ja, insgesamt sind bis zu 6.840 € im Jahr möglich. Gefördert werden aber nur die ersten 1.800 €. Darüber ist ein freier ETF-Sparplan oft flexibler.
Was passiert, wenn ich das Geld vorher brauche?
Dann müssen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Deshalb gehört in das Altersvorsorgedepot nur Geld, das wirklich für den Ruhestand bestimmt ist.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch für Gutverdiener?
Die Zulage ist auf 540 € plus Kinderzulagen begrenzt, sie macht bei hohen Sparraten also einen kleineren Anteil aus. Für die ersten 1.800 € im Jahr ist sie trotzdem eine starke Rendite. Bei hohem Einkommen gehören zusätzlich bAV und Basisrente auf den Prüfstand.

Quellen

Felix Schmidt
Über den AutorFelix Schmidt

Ungebundener Finanzberater aus Heide. Seit über 12 Jahren begleitet er Akademikerinnen und Akademiker, mehr als 1.000 Mandanten deutschlandweit, ungebunden mit einer Auswahl aus über 310 Partnern. 5,0 Sterne bei 77 Google-Bewertungen. Mehr über Felix →

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Basierend auf 77 echten Rezensionen
Das sagen Mandanten

77 Rezensionen. 5,0 von 5 Sternen.

Keine bezahlten Testimonials, sondern echte Stimmen von Menschen, die ich begleite. Nachlesbar bei Google.

L
Lea J.vor 2 Jahren
Felix hat mich hervorragend zum Thema Altersvorsorge und private Krankenversicherung beraten. Er hat sich Zeit genommen, um mir die Bedeutung dieser Themen verständlich zu erklären.
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C
Celina R.vor 2 Jahren
Herr Schmidt hat mir geholfen, mir einen Überblick über meine finanzielle Situation zu verschaffen. Zudem hat er mich zum Thema Altersvorsorge beraten, sodass ich mich „gut vorbereitet“ fühle.
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K
K.vor 3 Jahren
Felix betreut mich nun schon seit einigen Jahren, wodurch ich gerade hinsichtlich meiner finanziellen Absicherung im Alter einen erheblichen Mehrwert erzielen konnte.
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K
Kim J.vor 3 Wochen
Hervorragend Beratung. Es wird einem alles so erklärt, dass man wirklich alles verstehen kann. Herr Schmidt ist ein absolut umgänglicher Mensch, man fühlt sich sehr gut aufgehoben.
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J
Johanna L.vor 7 Monaten
Ich bin wirklich froh, mich für die Beratung bei Felix entschieden zu haben. Von Anfang an hatte ich ein sehr gutes Gefühl – ehrlich, transparent und auf Augenhöhe.
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R
Rebecca K.vor 3 Monaten
Einfach super tolle Begleitung und Beratung in Bezug auf verschiedenste Themen. Was ich am besten finde, ist die Transparenz bei allem, was erklärt und an Verträgen abgeschlossen wird!
Rezension auf Google

Auszüge aus echten Google-Rezensionen, teils gekürzt, Namen abgekürzt. Bewertungen von Teammitgliedern sind nicht berücksichtigt.

Förderung mitnehmen, flexibel bleiben.

Im Erstgespräch rechnen wir aus, wie viel in welchen Topf gehört, mit deinen Zahlen und deinem Steuersatz im Alter.

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